Deutschland war in vielen Kunstepochen massgeblich beteiligt und hat viele dieser Epochen mitgeprägt. Entsprechend viele bekannte deutsche Maler gibt es auch. Wir stellen dir hier die Top 12 der berühmten deutschen Maler und Künstler vor.

 

 

Albrecht Dürer

21. Mai 1471 – 6. April 1528

Werke: Über 900 Zeichnungen, 350 Holzschnitte, 70 Gemälde und ca. 100 Kupferstiche

Kunstepoche: Renaissance

Albrecht Dürer
Der Feldhase Albrecht Dürer [Public domain]

 

Albrecht Dürer war wohl einer der bedeutendsten und vielseitigsten deutschen Maler und Künstler, wenn nicht sogar in Europa. Er darf deshalb in dieser Aufstellung keinesfalls fehlen. Er schuf unzählige Kupferstiche, Holzschnitte und Gemälde und war auch als Autor umtriebig. Er gab mehrere Bücher zum Thema Malerei heraus.

Albrecht Dürer wurde im Mai 1471 in Nürnberg geboren, als eines von 18 Kindern von Barbara und Barbara Dürer. Sein Vater war ein erfolgreicher Goldschmied und deshalb lag es nahe, dass der junge Albrecht Dürer bei seinem Vater in die Lehre ging. Dies war auch der Startschuss für seine künstlerische Karriere.

Dürers malerisches Schaffen wird von Porträts, Altarbildern und devotionalen Bildern geprägt. Seine künstlerisches Rennomee baute primär auf seine bahnbrechenden Gravuren und Holzschnitte auf. Sie waren äusserst detailverliebt und nahe an der Realität.

In einem seiner berühmtesten Werk „Adam und Eva“, fängt er die Vollkommenheit des ersten Paares der Welt ein und zeigt sie in idealisierten, nahezu symmetrischen Posen auf beiden Seiten des Baumes des Wissens. Dürer arbeitete in der der Gravur unglaubliche Details und Feinheiten in die Linienführung ein – sehr schön zu sehen in der Rinde des Baumes sowie der Haut der Hauptakteure.

Dürer erkrankte 1521 bei einer Reise in die Niederlande an einer Krankheit. Vermutungen zufolge handelte es sich dabei um Malaria. Ab diesem Zeitpunkt begleiteten ihn Fieberanfälle und Arztbesuche in regelmässigen Abständen bis zu seinem Tod. Albrecht Dürer starb schliesslich im Jahr 1528 im Alter von 56 Jahren.

 

 


 

Caspar David Friedrich

5. September 1774 – 7. Mai 1840

Werke: 257 bekannte Gemälde

Kunstepoche: Romantik

 

Caspar David Friedrich
Der Wanderer über dem Nebelmeer Caspar David Friedrich [Public domain]

 

Caspar David Friedrich war ein Landschaftsmaler aus der Epoche der deutschen Romantik im 19. Jahrhundert. Aus dieser Kunstepoche gilt er als wohl bedeutendster Maler überhaupt. Dabei sind vor allem seine späteren Werke mit Landschaften begehrt, in denen sich Personen aufhalten und sich vor der Landschaft, dem Himmel oder dem Meer abzeichnen. Dabei lag der Fokus auf der Natur und der damit verbundenen Einheit und Spiritualität.

Friedrich wurde 1774 im Greifswald geboren, studierte 1798 in Kopenhagen und startete seine Karriere von diesem Zeitpunkt an. Er erzielte beachtliche Erfolge, wurde jedoch aufgrund der damaligen Bewegung in der zweiten Hälfte seines Schaffens immer mehr verdrängt und vergessen, ja fiel sogar in Ungnade. Dementsprechend starb Caspar David Friedrich arm und erfolglos.

Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden seine Werke wiederentdeckt und zu schätzen gelernt. Ausgangspunkt war eine Ausstellung 1906 in Berlin, bei der ein Querschnitt seines Schaffens gezeigt wurde. Diese Werke inspirierten Maler aus dem Expressionismus und später dem Surrealismus und verschaffte Friedrich einen hohen Bekanntheitsgrad.

 

 


 

Paul Klee

18. Dezember 1879 – 29. Juni 1940

Werke: über 9’000 Gemälde und Zeichnungen

Kunstepoche: Expressionismus, Kubismus, Surrealismus

Paul Klee
Red Balloon Paul Klee [Public Domain]

 

Paul Klee war ein äusserst umtriebiger Zeichner und Maler, der in der Schweiz geboren wurde, jedoch die deutsche Staatsbürgerschaft hatte. Über 9’000 Zeichnungen und Bilder hat er in seiner Laufbahn gezeichnet und gemalt. Dabei hat er eine unglaublich grosse Anzahl an Malgründen und Materialien verwendet: Von Karton, Papier, Holz sowie Leinwand, Seite, Jute und Baumwolle war alles mit dabei. Er klebte Stücke dieser Materialien auf den Bildträger auf und bemalte diese dann. Er arbeitete so also sowohl mit Farben als auch mit verschiedenen Strukturen, was seine Bilder so einzigartig macht.

Dies hatte er auch allen andern Künstler-Kollegen voraus: Seine Experimentierfreudigkeit kannte beinahe keine Grenzen und bewegten sich ausserhalb aller bekannten Konventionen.

 

 


 

Otto Dix

2. Dezember 1891 – 25. Juli 1969

Werke: 3’300 Drucke, 285 Bilder, 1’200 Werke auf Papier, 9 Skulpturen

Kunstepoche: Neue Sachlichkeit

 

In der Riege der bekannten deutschen Maler muss Otto Dix unbedingt erwähnt werden. Er gehörte einer neuen Kunstform, der sogenannten „Neuen Sachlichkeit“ an. Er war schwer geprägt von seinen Erlebnissen aus dem ersten Weltkriegt, die er in seinen Werken verarbeitete. Er studierte ursprünglich Kunst und wurde dann für den ersten Weltkrieg eingezogen. Er entwickelte darauf seinen ganz eigenen Stil. Es waren teilweise groteske Portraits und verstörende Kriegsbilder und Visionen. Er zeigte die Korruption und Demoralisierung von Deutschland nach der Niederlage im ersten Weltkrieg. Dabei waren seine Darstellungen realistisch und schonungslos, aber trotzdem enthielten sie eine satirische Seite.

Während des zweiten Weltkriegs blieb er in Deutschland wohnhaft und malte aufgrund des Nazi-Regimes nur noch Landschaften und christliche Motive, da alle anderen Kunstarten als entartet angesehen wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg nahm er sich seinen Stil wieder an und genoss ein grosses Ansehen bis zu seinem Tod. Er ist wohl einer der berühmtesten deutschen Künstler im 20. Jahrhundert.

 


 

Emil Nolde

7. August 1867 – 13. April 1956

Werke: Knapp 2’000 Werke auf Papier, 320 Gemälde und 7 Skulpturen

Kunstepoche: Expressionismus

emil nolde
Blumengarten Emil Nolde [Public Domain]

 

Emil Nolde war ein expressionistischer Künstler aus Deutschland, der vor allem für seine Blumenmotive und Landschaften bekannt wurde. Er wurde am 7. August 1867 in Deutschland geboren und ist ländlich geprägt aufgewachsen. Er war später in den bekannten Gruppen Die Brücke und der blaue Reiter tätig und stellte mit seinen Kollegen in diversen Ausstellungen aus. Er war einer der wichtigsten Maler des Expressionismus und kombinierte religiöse Motive mit den bunten Farben des 20. Jahrhunderts.

Im Zuge des zweiten Weltkriegs fiel Nolde bei der Nazi-Regierung in Ungnade. Sie taxierten seine Werke als „entartet“, was Nolde jedoch in seinem weiteren Schaffen nicht weiter störte. Er wurde 88 Jahre alt und hat eine beeindruckende Anzahl an Werken erschaffen, die ihn überdauerten.

 

 


 

 

Paula Modersohn Becker

8. Februar 1876 – 31. November 1907

Werke: Knapp 150 Gemälde, 136 Werke auf Papier, rund 200 Drucke

Kunstepoche: Expressionismus

Paula modersohn becker
Paula Modersohn-Becker [Public domain]

 

Paula Modersohn-Becker war eine deutsche Malerin, welche ihren Schwerpunkt auf Selbstportraits im expressionistischen Stil hat. zudem malte sie zahlreiche Mütter mit ihren Kindern und Landschaftsbilder. Ihre Arbeiten zeichnen die satten Farben und rauen Pinselstriche aus. Sie verwendete primär Ölfarben und Temperafarben für ihre Werke. Sie war einer der berühmtesten Malerinnen überhaupt. Es gibt heute ein privates Museum über sie, es wurde ein Film über ihr Leben gedreht und ihre Werke befinden sich in Sammlungen vieler bekannter Museen.

Ihr Leben wurde durch eine Embolie frühzeitig im Alter von 31 beendet.

 

 


 

Hans Holbein

1497 – 29. November 1543

Werke: Knapp 220 Gemälde, 24 Werke auf Papier

Kunstepoche: Renaissance

die gesandten hans holbein
Die Gesandten Hans Holbein junior

 

Hans Holbein stammte aus einer Künstlerfamilie, was keinen unwesentlichen Beitrag zu seiner künstlerischen Laufbahn gehabt haben dürfte. Sein Vater hörte auch auf den Hans Holbein und war ebenfalls ein nicht unbekannter Maler. Hans Holbein junior erhielt die Ausbildung im Atelier seines Vaters.

Er liess sich im schweizerischen Basel nieder und heiratete dort. Später wurde Holbein Hofmaler von Heinrich VIII, dem König von England. Er malte dort unter anderem mögliche Kandidaten für eine Heirat mit dem König und natürlich diverse Portraits von König Heinrich selber.

Sein wichtigstes Werk war wohl „Die Gesandten“, welches die Freunde Georges de Selves und Jean de Dinteville zeigen, welche im Dienst von König François der Erste in Frankreich standen. Holbeins Bilder waren eine gelungene Mischung aus der Schönheit der Dinge, des Wissens, aber auch der Vergänglichkeit. Hierbei waren vor allem seine Portraits seine wichtigsten und bedeutendsten Arbeiten, deren er sich verschrieb. Sie zeichneten sich durch einen hohen Grad an Realismus aus und waren sehr detailverliebt.

Holbein starb 1543 in London, man vermutet an der Pest.

 

 


 

Max Ernst

2. April 1891 – 1. April 1976

Werke: 6’500 Drucke, 1’260 Bilder, 820 Werke auf Papier, 900 Skulpturen

Kunstepoche: Surrealismus, Dadaismus

 

Max Ernst war ein äusserst einflussreicher Maler und Künstler und begründete sowohl den Surrealismus als auch den Dadaismus mit. Dabei verwendete unterschiedlichste Medien, wie die Malerei, Collage, Frottage und Film. 1910 wurde der Grundstein für den Dadaismus gelegt, an dem er massgeblich zusammen mit seinem Freund Jean Arp anteil hatte. Er Einige seiner bekanntesten Werke waren „Der Elefant Celebes“, „Ödipus Rex“ sowie „Europe After the Rain“. Auch Ernst’s Werke befinden sich in Sammlungen auf der gesamten Welt.

 

 


 

 

Franz Marc

8. Februar 1880 – 4. März 1916

Werke: 640 Drucke, 163 Werke auf Papier, 50 Gemälde, 5 Skulpturen

Kunstepoche: Expressionismus

Franz Marc
Die gelbe Kuh Franz Marc [Public domain]

 

Franz Marc war ein Maler und Künstler aus dem Expressionismus, der für seine Drucke und Gemälde bekannt war. Seine bevorzugten Motive waren kubistisch dargestellte Tiere, welche er in Landschaften darstellte. Seine Werke zeichneten sich durch satte, kräftige Grundfarben aus. In München geboren, bekam er die Liebe zur Malerei von seinem Vater in die Wiege gelegt. Er besuchte die Akademie der bildenden Künste in München und reiste anschliessend quer durch Europa. Marc war einer der Mitbegründer der bekannten Gruppe „Der Blaue Reiter“, die er zusammen mit Wassily Kandinsky, August Macke und Alexej von Jawlensky gründete.

Er verstarb viel zu früh 1916 im ersten Weltkrieg. Seine Werke befinden sich überwiegend in Sammlungen bekannter Museen wie das Art Institute of Chiago, der National Gallery of Art in Washington und einige weitere. Er ist wohl einer der bedeutendsten Mitbegründer des Expressionismus und darf in dieser Liste mit bekannten deutschen Malern keinesfalls fehlen.

 

 


 

Anselm Kiefer

Geboren am 8. März 1945

Werke: 54 Drucke, 510 Bilder, 140 Werke auf Papier, 60 Skulpturen

Kunstepoche: Neoexpressionismus, Contemporary

 

Anselm Keifer ist für seine grossformatigen Gemälde bekannt, die sich mit der Geschichte und Mythologie von Deutschland beschäftigt. Dabei ist er nicht nur ein Maler, sondern auch Bildhauer und Installationskünstler. Er studierte beim bekannten Konzeptkünstler Joseph Beuys in Düsseldorf. Zudem wurde er später sehr stark vom neoexpressionistischen Maler Georg Baselitz und Jörg Immendorf beeinflusst.

Er verwendet für seine Werke unkonventionelle Materialien wie Blei, Schellack, Asche und Stroh.

Kiefer lebt und Arbeitet in Paris, seine Werke befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Art Institute of Chiago, dem Museum of Modern Art in New York  und der Tate Gallery in London.

 


 

Max Liebermann

Geboren am 20. Juli 1847 – 8. Februar 1835

Werke: 3’400 Drucke, 826 Bilder, 1’420 Werke auf Papier

Kunstepoche: Impressionismus

max liebermann
Die Blumenterassen im Wannseegarten nach Südwesten Max Liebermann [Public domain]

Max Liebermann war ein bekannter jüdischer deutscher Maler und einer der führenden Wegbereiter des Impressionismus in Deutschland. Er war stark von Edouard Manet beeinflusst. Er malte Landschaften und Figuren mit einem starken Bezug zum den Realismus. Auch malte er zahlreiche Portraits (gegen 200), darunter auch eines von Albert Einstein.

Er starb 1935 in Berlin, während das nationalsozialistische Regime die macht innehatte. Deshalb wurde auch nicht über seinen Tod berichtet. Erst nach dem Ende des zweiten Weltkriegs fanden seine Werke wieder die ihnen zustehende Beachtung.

 


 

Gerhard Richter

Geboren am 9. Februar 1932

Werke: 3’550 Drucke, 2’000 Bilder, 211 Werke auf Papier, 90 Skulpturen

Kunstepoche: Contemporary

 

Gerhard Richter ist ein zeitgenössischer deutscher Maler und Künstler des 20. Jahrhunderts, der wohl einer der einflussreichsten lebenden Künstler ist. Richter ist dabei sehr experimentierfreudig und kombiniert die Abstraktion mit der fotografischen Malerei. In Ostdeutschland lernte er nach dem zweiten Weltkrieg die sozialisch-realistische Wandmalerei kennen. Er floh 1961 nach Westdeutschland und studierte in Düsseldorf an der Kunstakademie. Er entwickelte seinen ganz einen Stil und verwendete unter anderem die Technik des Quetschens von Farbtuben über die Leinwand.

Mit seinem hohen Bekanntheitsgrad stiegen auch die Erlöse für seine Bilder. So verkaufte er eines seiner abstrakten Bilder 2012 für satte 34 Millionen Dollar. Seine Bilder befinden sich weltweit in Sammlungen von renommierten Museen.

 

 


 

Liste weiterer berühmter deutschen Künstler und Maler

Wir haben dir eine Liste mit weiteren berühmten deutschen Malern zusammengestellt:

  • Andreas Achenbach
  • Josef Albers
  • Albrecht Altdorfer
  • Hans Arp
  • Georg Baselitz
  • Max Beckmann
  • Lovis Corinth
  • Lucas Cranach
  • Max Ernst
  • George Grosz
  • Matthias Grünewald
  • Erich Heckel
  • Curt Herrmann
  • Karl Hofer
  • Jörg Immendorff
  • Ernst Ludwig Kirchner
  • Gabriel von Max
  • Otto Mueller
  • Gabriele Münter
  • Max Pechstein
  • Heinrich Reinhold
  • Daniel Richter
  • Gerhard Richter
  • Philipp Otto Runge
  • Christian Schad
  • Oskar Schlemmer
  • Karl Schmidt-Rottluff
  • Kurt Schwitters
  • Georg Tappert
  • Franz Xaver Winterhalter
  • Julie Wolfthorn
  • Heinrich Zille

 


 

 

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Berühmte deutsche Maler aus allen Kunstepochen – Die Top 12
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