Die Pastellmalerei erlebte im 17. und 18. Jahrhundert seinen Höhepunkt und brachte viele berühmte Pastellbilder hervor. Wir stellen dir die wichtigsten Künstler dieser Zeit vor und zeigen dir deren bekanntesten Werke.

 

 

 

Geschichte der Pastellmalerei:

Die Pastellmalerei hat ihren Ursprung im späten 15. Jahrhundert. Dort wurde sie primär für Skizzen verwendet. Die Maltechnik erlebte dann im 17. und 18. Jahrhundert seinen Höhepunkt. Insbesondere für die Portraitmalerei wurde häufig Pastellkreide verwendet. Die Künstler der damaligen Zeit lernten Pastellkreide als eigenständiges Malmittel zu schätzen.

 


 

 

Bekannte Pastellkünstler und Pastellbilder

 

Rosalba Carriera

Rosalba Carriera lebte von 1674-1757. Bereits in jungen Jahren wurde ihr Talent von ihrem Vater erkannt und konsequent von ihm gefördert. Nebst einem Studium an der Accademia di San Luca und später bei Antonio Balestra in Venedig entwickelte sie ihre künstlerische Ausdrucksweise. Sie setze zu Beginn auf Ölfarbe als Malmedium, bis ihr der Maler Christian Cole dazu riet, Pastellstifte zu verwenden. Ihre Sujets waren dabei primär Marien, Christus Köpfe und mythologische Gestalten. Sie machte sich einen Namen mit der Pastellmalerei und war in Europa an vielen Höfen der damaligen Zeit ein  begehrter Gast. Rosalba Carriera erblindete 1746 nach längerer Augenerkrankung, damit war ihre Karriere als Malerin besiegelt.

Ihr Malstil, geprägt durch den Rokkoko war einzigartig, geprägt durch Anmut und hervorragende farbliche Weichheit.

 

rosalba carriera
Mädchen mit Papagei, ca. 1730 Sailko [CC BY 3.0], from Wikimedia Commons

 


 

 

Maurice Quentin de La Tour

Rosalba Carriera entfachte in den Jahren 1720 und 1721 in Paris einen richtigen Trend zur Pastellmalerei hin. Maurice de La Tour studierte 1719 an einer Pariser Kunstakademie und machte sich anschliessend selbständig. Er war ein begnadeter Pastellkünstler und viele seiner Pastell Bilder sind begehrte Sammlerstücke.

Er malte vor allem Portraits. Auch bekannte Persönlichkeiten wie Ludwig XV durfte er porträtieren und bekam den Übernamen „Prince des pastellistes“, also der Fürst der Pastellmalerei. Ab 1750 fungierte er als Berater an der königlichen Kunstakademie und war zudem Hofmaler des französischen Königshofes. Er bildete zudem diverse Schüler aus und brachte so bekannte Namen wie Joseph Boze und Adélaide Labille-Guiard hervor.

Ein sehr bekanntes Pastellbild von Quentin de La Tour war sein Pastellkreide Bild „Ludwig XV“, gemalt 1748.

 

Maurice Quentin de La Tour
Ludwig XV Maurice Quentin de La Tour [Public domain]

 

 

Edgar Degas

Edgar Degas war wohl einer der berühmtesten Vertreter der Pastellmalerei und hat diese Stilrichtung massgeblich mitgeprägt. Er experimentierte bereits lange Zeit mit Pastellkreiden, bevor er diese ab ca. 1880 zu seinem Hauptmalmedium machte. Diese mischte er auch immer wieder mit anderen Malmedien. Unter anderem verwendete er Aquarell- und Ölfarben, welche er in mehreren Schichten auftrug und so unvergleichliche Kunstwerke erschuf. Seine Pastellkreide Bilder waren bereits zu seinen Lebzeiten bei Sammlern begehrt, ab 1880 verkaufte er einige Bilder für zu damaligen Zeiten exorbitanten Preisen. Bis heute werden für seine Pastellbilder sehr hohe Summen geboten, die im ein- bis zweistelligen Millionenbereich liegen.

Eines seiner bekanntesten Bilder ist das Pastellbild „Tänzerinnen an der Stange“ von 1876.

pastellbilder degas
Tänzerinnen an der Stange, 1876 Edgar Degas [Public domain]

 

 

 

Adélaïde Labille-Guiard

Adélaïde Labille-Guiard hatte bereits im Alter von 14 Jahren die Idee Malerin zu werden. In Paris geboren, kam sie über bekannte ihres Vaters in Kontakt mit Künstlern und lernte die Portraitmalerei. Adélaïde lernte später beim bekannten Pastellmaler Maurice Quentin de La Tour, welche zu diesem Zeitpunkt in Mode war. Wirklichen Erfolg hatte sie mit ihren Bildern zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht. Dies war sicherlich auch der schieren Masse an Pastellbildern dieser Zeit zuzuschreiben. Trotzdem konnte Sie von ihren Bildern ihren Lebensunterhalt bestreiten. Zu dieser Zeit war es fast notwendig, in die königliche Kunstakademie aufgenommen zu werden, um zu überleben. Dort wurde jedoch nur die Ölmalerei anerkannt, weshalb Adélaïde Labille-Guiard diese erlernen musste. Sie setzte sich stets für das Recht der Frauen zu künstlerisches Tätigkeit ein und hatte mit ihrem Vorhaben auch einen zu dieser Zeit ansehnlichen Erfolg.

Eines ihrer bekannteren Bilder ist das Portrait des Malers François-André Vincent im Jahr 1783. Dieser war ihr Freund und hat Sie in die Kunst der Ölmalerei eingewiesen.

pastell bilder Adelaide Labille-Guiard
Portrait von François-André Vincent Adélaïde Labille-Guiard [Public domain]

 

Joseph Vivien

Joseph Vivien erhielt in seiner Jugend die Möglichkeit, in Paris beim bekannten Maler François Bonnemer die Malerei zu erlernen. Er konnte 1699 in Brüssel den Kurfürsten Max Emanuel von Bayern portraitieren und lebte zeitweise in München. Später zog es ihn wieder Paris, wobei er immer wieder nach Köln, Münster und Bonn für bekannte Persönlichkeiten arbeitete.

Er gehörte zu den absoluten Vorreitern der Pastellmalerei, seine Pastellbilder waren bereits zu seinen Lebzeiten sehr begehrt. Er erhielt Auszeichnungen von Kurfürsten und wurde in Kunstakademien aufgenommen.

Eines der bekanntesten Pastell Bilder ist das Portrait des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel aus dem Jahre 1706.

 

pastellkreide bilder joseph vivien
Porträt des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel, 1706 Joseph Vivien [Public domain]

 

 

Jean-Étienne Liotard

Jean-Étienne Liotard ging bei Daniel Gardelle in die Lehre und lernte dort die Miniaturmalerei. Er legte seinen Fokus auf die Portraitmalerei, welche er mit Pastellkreide ausführte. Er liebte das Reisen und beriste neben Griechenland und Italien auch die Türkei, wo er eine zeitlang lebte. Später lebte er dann in Wien, wo er viele Aufträge erhielt. Später zog es ihn dann wieder nach Paris, wo er sich einen Namen als Pastellmaler machte und sich vor Aufträgen kaum retten konnte. Später zog es ihn nach Genf, wo er mit kurzen Unterbrüchen bis zu seinem Tod seiner Kunst nachging.

Während seiner Zeit in Wien entstand eines seinr wohl bekanntesten Pastellkreide Bilder, „Das Schokoladenmädchen“, welches im Jahre 1744 entstand.

pastellbilder liotard
Das Schokoladenmädchen, 1744 Old Masters Picture Gallery Dresden [Public domain]

 

 

 

Selber Pastellbilder malen

Wenn du dich selber an der spannenden Maltechnik der Pastellmalerei versuchen möchtest, haben wir dafür einen Artikel für die Pastellmalerei, in der du alles rund um das Malen mit Pastellkreide erfährst.

 


 

 

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