Das Hund Zeichnen macht grossen Spass und ist dabei eine Herausforderung. Denn Proportionen, Fell, Augen, Nase und viele weitere Details wollen alle zu einer stimmungsvollen und möglichst realistischen Hundezeichnung kombiniert werden.

Unsere Gastautorin Alina Fuchs zeigt dir in diesem Blogbeitrag, wie du Schritt für Schritt das Hunde Zeichnen lernen kannst. Dabei zeigt sie dir anhand Bildern den Entstehungsprozess und gibt dir viele Tipps und Tricks, damit du deine erste Tierzeichnung erfolgreich erstellen kannst.

 

 

 

Allgemeines zum Hunde zeichnen

 

Bei der Pastellkreidezeichnung, in diesem Fall beim Hunde Zeichnen stellt sich dir vielleicht die Frage, ob es Unterschiede in den Hunderassen für die Zeichnung gibt. Die Frage beantworte ich dir mit «JA!»

Bei mir liegt der Unterschied jedoch nicht bei dem Punkt, ob der Hund klein oder groß ist, kurze oder lange Beine hat, hell oder dunkel ist, sondern in der Strukturierung des Fells. Am einfachsten für den Anfang sind Hunde mit kürzerem Fell, wie Bert z. B. Hier zeichnest du mit kurzen zügigen Strichen. Die Wuchsrichtung bleibt meist dieselbe sowie die Länge. du wirst schnell einen Automatismus entwickeln und an Schnelligkeit gewinnen.

Bei Hunden mit längerem Fell, wie Leonberger oder Golden Retriever, wird es komplizierter. Die einzelnen Härchen stehen in die unterschiedlichsten Richtungen ab, überlappen sich, weisen Wirbel auf und variieren in der Länge. Die Haare im Bereich des Kopfes sind verhältnismäßig kurz, an den Ohren werden sie bereits länger, können sich aufgrund der Bewegung kräuseln und werden über den weiteren Körper länger. Bei den Hunden musst du viel mitdenken und in langen Strichen zeichnen. Lass dich nicht verrückt machen. Gehe auch hier in kleinen Schritten vor und nimm dir einzelne Partien vor. So wird es etwas leichter.

Mach es dir für den Anfang leichter, indem du bei Portraitzeichnungen bleibst und möglichst mindestens auf DIN A4 arbeitest. Umso kleiner deine Zeichnung ist, desto komplizierter wird sie. Auf größeren Größen kannst du dich prima austoben, erkennst beim Zeichnen mehr und kannst detaillierter werden. Das lässt am Ende deine Zeichnung sehr realistisch wirken.

 

hunde zeichnen

 

 


 

Mein Lieblingsmaterial

 

Für eine Pastellkreidezeichnung benötigst du nicht viel. Damals fing ich lediglich mit einem Blatt Papier, diversen Pastellkreidestücken und Pastellkreidestiften an.

 

Inzwischen nutze ich vornehmlich:

 

hund zeichnen einfach

 

 


 

Die Grundlagen beim Hund Zeichnen

 

Auswahl des Tierbildes

Die Auswahl lässt sich in einem präzisen Satz zusammenfassen: Je schärfer und detailgetreuer das Foto des Tieres, desto einfacher die Zeichnung!

Schau einfach, dass du dir die Zeichnung so einfach wie möglich hältst. Erkennst du den Blick des Tieres? Siehst du die Reflektionen im Auge? Nimmst du die Wuchsrichtung des Felles wahr? Wenn du das alles feststellen kannst, hast du eine prima Vorlage!

Mache nicht den Fehler, den ich früher beging. Ich nahm jedes noch so unscharfe oder verwackelte Bild an. Das Problem? Ich verlor die Lust! Ständig war ich gezwungen viel nachzudenken, mir ähnliche Bilder bei Google heraus zu suchen und alles zu einem Bild zusammen zu fügen. All das kostete unnötige Zeit, Nerven und Lust.

 

Weg vom Automatismus

Ich habe mir angewöhnt in «Flächen zu denken». Damit will ich sagen, dass ich z. B. kein Hundeauge vor mir sehe, sondern eine schwarze Umrandung, die mit vielen verschiedenen Brauntönen gefüllt ist. Zwischen diesen Brauntönen blitzt mal ein weißer, mal ein hellbrauner oder dunkelbrauner Punkt auf. Diese Vorstellung erleichtert es mir ungemein bei der Herangehensweise.

 

Der Arbeitsplatz

Suche dir einen Platz, an dem du gerne bist. Eine DIN A3-Zeichnung dauert bei mir zwischen 20 und 30 Stunden. Hast du einen Ort gefunden, den du magst und an dem du dich wohl fühlst, wirst du wesentlich länger am Stück zeichnen können. Lege dir nebenher deine Lieblingsmusik auf oder lass wie ich einen Film im Hintergrund laufen.

 

hunde zeichnen anleitung1

 

 


 

Hund Zeichnen Anleitung

 

1. Vom Foto zur Zeichnung

Kommen wir zum wesentlichen. Hier möchte ich dir meine Pastellkreidezeichnung von Bert dem Mops vorstellen und meine Herangehensweise erklären. Nachfolgend findest du eine detaillierte Anleitung fürs Mops Zeichnen:

Mit einem Bleistift habe ich mir grob Berts Umrisse und Schattierungen vorgezeichnet. Nun fange ich an mich von links oben nach rechts oben zu arbeiten. Dies hat den einfachen Hintergrund, dass ich mir so nicht durch meine Zeichnung wische. Pastellkreide ist sehr anfällig. Einzige Ausnahme war hier jedoch, dass ich beide Ohren gleichzeitig gezeichnet habe. So benutze ich für beide Seiten die gleichen Farben und wende die gleichen Techniken an.

Tipp: Damit das rechte Ohr später beim Zeichnen geschützt ist, lege ich mir Klarsichtfolie darauf. Backpapier geht im Übrigen auch sehr gut.

Bei Bert habe ich angefangen mit einem schwarzen Pastellkreidestück beide Ohren vorzuschraffieren. Im Anschluss daran habe ich mit weiteren Grautönen die Farben erweitert. Da die Fläche verhältnismäßig groß ist, ich aber alles absoften und weiße Zwischenräume füllen möchte, verwische ich hier die Farbe mit meinen Fingern. Die Farbe massiere ich mit kleinen leichten runden Wischbewegungen ein. Danach zeichne ich mit einem dunkelbraunen Pastellkreidestift weitere Härchen ein. Danach werde ich immer heller. Je mehr Töne du von einer Farbe hast, desto besser. Beim Einzeichnen der Härchen achte ich darauf, dass diese aufeinander aufliegen. Ich zeichne somit von «hinten nach vorn», sodass die hinteren Härchen von der davor liegenden bedeckt werden.

Habe ich mir die Ohren im Ganzen mit den verschiedenen Farben eingefärbt, greife ich gern zu einem weißen frisch angespitzten Pastellkreidestift. Mit diesem gehe ich mit kurzen Strichen in Fellwuchsrichtung noch einmal über die komplette Fläche. So bekomme ich tolle Reflektionen. Ist dies geschehen, nehme ich erneut einen dunklen Stift und setze noch einzelne dunkle Akzente.

Merke: bei dunklen Flächen, wie Berts Ohr, von dunkel zu hell. Dies ist mit Pastellkreide sehr einfach.

 

hund zeichnen tutorial

 

2. Die Stirnpartie

Weiter geht es mit der Stirnpartie. Dies erfordert ein kleines Umdenken. Jetzt zeichne ich von Hell zu dunkel. Zunächst grundiere ich mit einem sandfarbigen Pastellkreidestift die neue Fläche. Dabei arbeite ich mich von Stirnfalte zu Stirnfalte. Die sandfarbene Fläche verwische ich dieses Mal nicht, sondern zeichne sogleich mit einem weißen Pastellkreidestift die Härchen ein. Ich verwische die Fläche nun nicht, da mir die hellen Zwischenräume nun beim Aufhellen helfen.

Habe ich diese Fläche vorgezeichnet, greife ich zu dunkleren Farben und zeichne dunkle Partien ein. Sollte dabei etwas zu dunkel werden, einfach wieder eine hellere Farbe nehmen und mit kurzen Strichen aufhellen.

Merke: Bei hellen Flächen, wie Berts Stirnfalten, von hell zu dunkel und vorher nicht die Farbe verwischen.

 

3. Hundeaugen Zeichnen

Nun kommt der Bereich einer Zeichnung, der am ausdruckstärksten wird und dem Tier den größten Wiedererkennungswert gibt und Leben einhaucht – die Augen.

Berts Kulleraugen sind sehr dunkel, weswegen ich hier wieder von dunkel zu hell arbeite. Zu den Augen zähle ich die gesamte Augenpartie. Zunächst grundiere ich wieder alles mit einem schwarzen Pastellkreidestift. Bereits jetzt achte ich auf die Fellwuchsrichtung. Das schwarze Fell um die Augen herum verblende ich wieder mit meinen Fingern. Hier ist es wichtig, dass das gesamte Fell tiefschwarz ist. Alsbald fange ich wieder an mit einem hellgrauen Pastellkreidestift die einzelnen Härchen einzuzeichnen. Um hier zu helle Übergänge zu verblenden, könntest du entweder den Papierwischer nehmen oder wie ich in diesem Fall – einen schwarzen Pastellkreidestift. Dadurch bekommst du zeitgleich einen Schatten des Haares und mehr Tiefe.

Die Augen zeichne ich ebenfalls wieder zeitgleich und achte nun besonders auf die Anordnung der Farben. Aber auch hier zeichne ich zunächst in schwarz, um alsbald diverse Brauntöne einzuarbeiten. Mit den Farben gehe ich von Dunkelbraun zu Hellbraun. Die Farben lasse ich ineinander laufen, indem ich mit einem helleren Braun in das dunkle Braun hereinzeichne. Das geht besonders gut mit kleinen kreisenden Zeichenbewegungen.

 

hund zeichnen anleitung

 

4. Die Maulpartie und Nase Zeichnen

Beim Zeichnen der Maulpartie und Nase zeichne ich erneut von dunkel zu hell. Die Schritte sind ähnlich wie bei den Augen. Mit dem schwarzen Pastellkreidestift zeichne ich mir dunkle Stellen und Vertiefungen vor. Dies mache ich nicht mit geraden Strichen, sondern versuche bereits hier erneut die Fellwuchsrichtung einzubeziehen. Ist dies getan, greife ich zu einem dunkelgrauen und hellgrauen Pastellkreidestift. So zeichne ich mit kurzen Strichen das Fell. Verblenden kannst du nun am besten mit dem Papierwischer.

Kleiner Tipp: Da nun mehrere Schichten Pastellkreide aufeinander liegen, wird es schwer weiße Akzente zu setzen. Deswegen nehme ich nun mein weißes Pastellkreidestück. Da es sehr weich ist, ist es zugleich sehr deckend. So haftet diese auch auf mehreren Schichten Pastellkreide.

 

 

5. Das Kinn

Berts Kinn habe ich erneut mit einem schwarzen Pastellkreidestift grundiert und anschließend erst mit meinem Finger abgesoftet, sodass kein weißer Zwischenraum mehr vorhanden ist. Im Anschluss zeichne ich mit einem dunkelbraunen Pastellkreidestift kleine Härchen ein und werde mit grauen Stiften heller, bis ich erneut zu dem weißen Pastellkreidestück greife.

Nun folgt eine Besonderheit: Am Kinn und im Bereich des Mauls besitzt Bert Tasthaare. Zum einen könntest du zu dem weißen Pastellkreidestück greifen. Nachteil ist hierbei die Ungenauigkeit und der grobe Farbauftrag. Zum anderen kannst du einen weißer Gelstift benutzen. Mit diesem kannst du kleinste Details hervorheben. Wenn ich die Tasthaare zeichne, gehe ich im Anschluss mit einem weißen spitzen Pastellkreidestift noch einmal über die Linie. So wird sie etwas weicher.

 

hund zeichnen lernen

 

6. Die Brust

Berts Kopf ist nun fertig. Zum Schluss folgt seine Brust. Hier sind die Haare deutlich länger. So greife ich zum hellen Braunton als Pastellkreidestift und fange an lange, überlappende Striche als Haare zu zeichnen. Sieht man sich Haare im Einzelnen an, kann man unterschiedliche Farbtöne erkennen. So zeichne ich nach den hellen Haaren daneben mit einem dunkleren Braunton weitere Haare dazu und werde im weiteren Verlauf immer dunkler. Die hellen Haare verblende ich nur mit einem weißen Pastellkreidestift, die dunklen mit dem Papierwischer, ehe ich auch dort mit einem weißen Pastellkreidestift in Fellwuchsrichtung drüber zeichne.

 

mops zeichnen

 

Habe ich eine ausdrucksstarke Fläche geschaffen, nehme ich tatsächlich noch einen spitzen schwarzen Pastellkreidestift und fülle mit leichtem Druck Zwischenräume auf. Das geschieht natürlich in Fellwuchsrichtung, indem ich die einzelnen Härchen damit schattiere.

Zum Schluss greife ich zu meinem Knetradiergummi und säubere das komplette Blatt um Bert herum mit kleinen Kreisbewegungen. Beim Zeichnen fallen einige winzig kleine Pigmentstücke an, die sich auf das weiße Blatt legen. Also nicht mit den Fingern wegwischen, sondern radieren.

 

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen und ebenso hoffe ich, dass du eine Menge Spaß beim Hund Zeichnen mit Pastellkreide entwickeln wirst!

 

 

alina fuchs

Alina Fuchs

Alina Fuchs lebt in Dortmund und arbeitet seit 2017 im Kreis Mettmann. Nach ihrem Abitur im Jahr 2010 studierte sie zunächst soziale Arbeit und schloss 2014 ihren Bachelor ab. Danach absolvierte sie ein weiteres duales Studium im Bereich der öffentlichen Verwaltung. Kunst ist seit Alina denken kann ihr ständiger Begleiter, genau wie Tiere. Bereits als kleines Kind zeichnete sie lieber oder ging raus in die Natur, als z. B. Fern zu sehen. Ihr großes Vorbild war ihre Tante Silke. Sie zeichnete Alina viele Male Pferde mit einer Engelsgeduld vor, welche Alina dann ausmalte oder abpauste. Sie lag ihren Eltern oft damit in den Ohren, dass sie einen halben Zoo zuhause haben wollte. Durch ihre Tierliebe und das Aufwachsen zwischen Pferden und Hunden prägte sie sich unterbewusst viele Bewegungsabläufe, Proportionen, Ausdrucksweisen, Fellwuchsrichtungen und Schattierungen ein. Dies ist auch der Grund weshalb Alina sich zu Tierzeichnungen hingezogen fühlt.

Der Vater von Alina merkte bald, dass ihre meine Utensilien wie Blei- und Buntstifte nicht mehr ausreichend waren, sodass er ihr zu Weihnachten 2011 einen Pastellkreidekasten schenkte. Sie entdeckte dadurch ihre wahre Leidenschaft und fing an, eigene Techniken zu entwickeln und ihren Bestand an Pastellkreiden auszuweiten. Einen Zeichenkurs hat sie nie besucht. Alina gibt den folgenden Tipp: „Traut euch ruhig und bildet euren eigenen Stil heraus!“

https://www.instagram.com/fux.kunst

 


 

 

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Hund Zeichnen – Einführung in das Zeichnen von Hunden
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