Uderzos Asterix-Cover erzielt Rekordpreis von 1,474 Millionen Euro
Albert Uderzos Originalcover zu Astérix chez les Bretons ist am 13. September in Lüttich für 1,2 Millionen Euro zugeschlagen worden. Einschließlich der Käuferkosten belief sich das Ergebnis laut ORF auf rund 1,474 Millionen Euro. Damit stellt die Gouache einen gemeldeten Auktionsrekord für Uderzos Werk auf – und übertraf allein beim Zuschlag die obere Schätzung um das Sechsfache.
Uderzos Asterix-Cover erreicht 1,2 Millionen Euro
Bei dem versteigerten Objekt handelt es sich nicht um ein seltenes Exemplar des gedruckten Comics, sondern um die handgemalte Vorlage des Covers. Der ORF meldete das Ergebnis am 14. September, einen Tag nachdem BD Enchères das Werk als Los 545 im Palais des Congrès im belgischen Lüttich angeboten hatte.
Der Auktionskatalog beschreibt eine 34 × 47 Zentimeter große Gouache auf Karton. Das Werk ist signiert; auf dem Passepartout befindet sich außerdem eine Widmung. Zu sehen sind Asterix, Obelix und ihr britischer Begleiter Anticlimax, die mit einem Fass vor Rugbyspielern fliehen. Uderzo verdichtete damit eine der zentralen Verfolgungsjagden des Albums zu der direkten, dicht besetzten Handlung eines Titelbildes.
BD Enchères hatte die Gouache auf 150.000 bis 200.000 Euro geschätzt. Für einen sauberen Vergleich muss zunächst der Zuschlag den Schätzpreisen gegenübergestellt werden: Das Gebot von 1,2 Millionen Euro entsprach dem Achtfachen der unteren und dem Sechsfachen der oberen Schätzung. Aufgeld und Folgerecht gehören in eine gesonderte Rechnung, weil sie in Auktionsschätzungen üblicherweise nicht enthalten sind.

Wie aus 1,2 Millionen rund 1,474 Millionen Euro wurden
Der Zuschlagspreis bezeichnet das erfolgreiche Gebot, bevor das Auktionshaus die käuferseitigen Kosten hinzurechnet. Für Rekordmeldungen wird dagegen häufig der Gesamtpreis einschließlich Gebühren verwendet. Dieser kann sich aus mehreren Bestandteilen zusammensetzen.
| Preisstufe | Betrag |
|---|---|
| Untere Schätzung | 150.000 € |
| Obere Schätzung | 200.000 € |
| Zuschlag | 1.200.000 € |
| 22 % Aufgeld | 264.000 € |
| Folgerecht | 10.500 € |
| Losgebühr | 1 € |
| Berechneter Gesamtpreis | 1.474.501 € |
Die Rekonstruktion folgt dem veröffentlichten Aufgeld von 22 Prozent und der Losgebühr von einem Euro. Laut Versteigerungsbedingungen trägt der Käufer außerdem das belgische Folgerecht, das auch als droit de suite bezeichnet wird. Aus den veröffentlichten belgischen Staffelbeträgen – vier Prozent für die ersten 50.000 Euro, danach drei, ein, 0,5 und 0,25 Prozent für die folgenden Teilbeträge – ergeben sich bei einem Zuschlag von 1,2 Millionen Euro weitere 10.500 Euro. Die Regelung sieht eine Obergrenze von 12.500 Euro vor.
Insgesamt liefern diese Angaben einen rechnerischen Betrag von 1.474.501 Euro. Die vom ORF genannten 1,474 Millionen Euro sind somit als ungefährer Gesamtpreis zu verstehen, nicht als eine auf den Euro genaue Rechnungssumme. Die Differenz von 501 Euro verändert den Rekordvergleich nicht. Entscheidend bleibt die Trennung zwischen dem Zuschlag von 1,2 Millionen Euro und dem Gesamtpreis von rund 1,474 Millionen Euro.

Albert Uderzo bei einer Signierstunde während des Salon du livre 2008 in Paris. Foto: Georges Seguin (Okki), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.
Warum die Gouache mehr ist als ein gedrucktes Cover
Uderzo malte das Motiv mit Gouache, einem deckenden, wasserbasierten Farbmittel. Die Technik ermöglicht flächige, satte Farben und klare Überarbeitungen, wie sie für eine reproduzierte Illustration benötigt werden. Bei der Auktion wurde jedoch nicht das massenhaft verbreitete Druckbild bewertet, sondern dessen handgemalte Quelle: der Karton mit den ursprünglichen Pinselspuren.
Auch die Entstehungsphase innerhalb der Serie ist bedeutsam. Nach den offiziellen Angaben zu dem Album begann die Geschichte am 9. September 1965 in Ausgabe 307 von Pilote; die erste Albumausgabe folgte 1966. René Goscinny schrieb die Geschichte, Albert Uderzo zeichnete sie. Der Katalog von BD Enchères nennt für das Cover selbst allerdings kein Entstehungsdatum.
Die Provenienz verbindet das Objekt unmittelbar mit seiner Veröffentlichungsgeschichte. Den Katalogangaben zufolge schenkten Uderzo und Goscinny das Cover dem Verleger Georges Dargaud. In der Widmung bezeichneten sie ihn zuerst als Freund und erst danach als Verleger. Die Namen beider Schöpfer stehen auf dem Passepartout, auf dem der Katalog auch die Signatur verortet.
Der Katalog erwähnt außerdem eine hofartige Verfärbung auf dem Passepartout. Er ordnet diese Spur nicht dem bemalten Karton selbst zu und enthält keinen ausreichend ausführlichen Zustandsbericht, um die Oberfläche der Gouache beurteilen zu können. Der Preis belegt daher die Nachfrage nach diesem konkreten Werk, nicht einen automatisch übertragbaren Wert für jedes frühe Cover von Uderzo.
Das folgende Archivvideo vermittelt zusätzlichen visuellen Kontext zum Zeichner hinter dem versteigerten Werk. Es ist englischsprachig; deutsche Untertitel wurden in den vorliegenden Angaben nicht bestätigt.

Albert Uderzo zeichnet 1971 im Amsterdamer Kaufhaus de Bijenkorf Asterix. Fotografie: Fotograaf Onbekend / Anefo, via Wikimedia Commons, Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication; zugeschnitten.
Der Rekord von 2017 im direkten Preisvergleich
Der bisherige Maßstab stammte aus dem Jahr 2017. Damals wurde Uderzos Cover zu Le Tour de Gaule d’Astérix, auf Englisch als Asterix and the Banquet veröffentlicht, versteigert. The Art Newspaper France bezifferte das damalige Rekordergebnis einschließlich Gebühren später auf 1,4 Millionen Euro. Auch die Deutsche Welle nannte seinerzeit 1,4 Millionen Euro.
Drouot gab für 2017 einen gebührenbereinigten Preis von 1,449 Millionen Euro an. Medien rundeten das Ergebnis anschließend auf 1,4 beziehungsweise 1,45 Millionen Euro. Der niederländische öffentlich-rechtliche Sender NOS berichtete von 1,45 Millionen Euro.
Der jetzt berechnete Gesamtpreis von 1.474.501 Euro liegt um 25.501 Euro über dem exakten Vergleichswert von 1.449.000 Euro aus dem Jahr 2017. Damit übertrifft das neue Ergebnis sowohl die auf 1,4 Millionen als auch die auf 1,45 Millionen Euro gerundete Fassung des früheren Rekords.
Selbst ohne das separat berechnete Folgerecht ergeben der Zuschlag von 1,2 Millionen Euro, das Aufgeld von 22 Prozent und die Losgebühr einen Gesamtbetrag von 1.464.001 Euro. Dieser liegt noch immer 15.001 Euro über dem exakten Ergebnis von 2017. Einen Rekord allein für den Zuschlag beweist der Vergleich jedoch nicht, denn die zugänglichen Berichte über die Auktion von 2017 nennen Gesamtpreise einschließlich Gebühren und keinen direkt vergleichbaren Zuschlag.
Die belastbarste Aussage ist deshalb zugleich die engste: Uderzos Cover zu Astérix chez les Bretons hält nun den gemeldeten Auktionsrekord für sein Werk, wenn die käuferseitigen Kosten einbezogen werden.
Was nach dem Rekordverkauf noch unbekannt ist
Der ORF nennt für den 13. September einen Zuschlag von 1,2 Millionen Euro und einen Gesamtpreis von ungefähr 1,474 Millionen Euro. BD Enchères dokumentiert das Objekt, seine Schätzung und Provenienz sowie die anzuwendenden Gebühren.
Aus den veröffentlichten Kosten und der belgischen Staffelung des Folgerechts ergibt sich rechnerisch ein Betrag von 1.474.501 Euro. Damit lässt sich nachvollziehen, wie aus dem Gebot von 1,2 Millionen Euro ein Kaufpreis von rund 1,474 Millionen Euro wurde.
Nicht öffentlich bekannt sind weiterhin die Identität des Käufers, der künftige Aufbewahrungsort des Covers und die exakte Rechnungssumme. Ein formelles Endergebnis von BD Enchères könnte die Differenz von 501 Euro zwischen der Gebührenrechnung und dem verkürzt gemeldeten Gesamtpreis klären.







