Leinwände gibt es in allen möglichen Formen und Dimensionen. Doch muss diese vor dem Bemalen noch grundiert werden? Und falls ja mit welchem Grundiermittel? Wir bringen Licht ins Dunkel und zeigen dir, was du beim Leinwand grundieren beachten solltest.

 

 

Was bedeutet Grundieren?

 

Die Leinwand ist der wohl beliebteste Malgrund. Das liegt nicht zuletzt an der schieren Vielfalt. Von unterschiedlichen Strukturen, bereits auf einen Keilrahmen gespannt oder als Meterware auf Rollen hast du eine breite Auswahl zur Verfügung. Wir gehen in unserem Artikel davon aus, dass du bereits bespannte Keilrahmen verwendest.

Doch ist eine Grundierung überhaupt nötig? Wenn du an die Autolackiererei denkst oder an die Malerei im Aussenbereich, so wird in den meisten Fällen eine Grundierung benötigt. Diese sorgt für gute Haftung der folgenden Schichten, als auch für eine gleichmässige Saugkraft oder ein Schutz vor durchdringender Feuchtigkeit.

Eine ähnliche Funktion hat die Grundierung deiner Leinwand. Sie schützt diese vor Umwelteinflüssen und reguliert die Saugfähigkeit. So stellst du sicher, dass die Farbe gut haftet und gleichzeitig die Fasern der Leinwand nicht über die Zeit angreift. Denn Sei es nun Acryl-, Öl oder ein andere Malmedium – Farben beinhalten teilweise aggressive Stoffe oder sind säurehaltig, was sich negativ auf die Lebensdauer der Leinwand auswirken kann.

Heutzutage sind bereits viele Leinwände bereits vorgrundiert. Jedoch ist diese Grundierung vor allem bei günstigen Leinwände nicht immer ausreichend. Es lohnt sich deshalb, auch bereits vorgrundierte Leinwände noch einmal selber zu grundieren. Denn es gibt nichts Ärgerliches, als wenn dein Kunstwerk schon nach wenigen Jahren erste Alterserscheinungen aufweist.

Leinwand grundieren acryl

 


 

 

Warum solltest du deine Leinwand grundieren?

 

  • Schutz vor den teilweise aggressiven Farben
  • Sicherstellen einer gleichmässigen Saugkraft des Malgrundes
  • Verringern der Struktur der Leinwand
  • Schutz vor dem durchdrücken der Farbe auf die Leinwand-Rückseite
  • Erster Grundfarbton als Basis für weitere Farben
  • Verbesserte Farbbrillanz auf grundiertem Untergrund

 

Du siehst also, eine Grundierung bringt dir viele Vorteile.

 


 

 

Das geeignete Grundiermittel

 

Der beste Haftgrund für deine Leinwand ist Gesso. Gesso besteht aus weissen Farbpigmenten, Bindemittel und Kreide. Die weisse Farbe sorgt für eine einheitliche Färbung und als ideal Basis für weitere Farbaufträge, die Kreide für eine gute Haftung und das Bindemittel reguliert die Saugfähigkeit.

Gesso gibt es auch in verschiedenen Konsistenzen, wobei du für das Grundieren eine dünnflüssigere Variante wählen solltest. Gesso ist sehr ergiebig, du wirst also viele Leinwände grundieren können.

Übrigens funktioniert Gesso nicht nur auf Leinwand. Mit Acrylbinder als Untergrund kannst so gut wie alle Oberflächen mit Gesso bestreichen und erhältst dadurch nach der Trocknung ein sehr gut geeigneten Untergrund für diverse Malmedien.

 

 


 

 

Benötigte Materialien

 

Du benötigst für die Grundierung die folgenden Materialien:

 

leinwand grundieren malgrund

 


 

 

Leinwand grundieren Anleitung

 

Deinen Malgrund zu grundieren ist sehr einfach und innerhalb weniger Minuten erledigt. Mit den folgenden vier Schritten hast du deine Leinwand perfekt vorbereitet:

  1. Wie immer beim Malen ist die Vorbereitung das A und O. Lege deshalb das Gesso, den Pinsel und eventuell ein genügend grosses Gefäss bereit. Du kannst nun entweder das Gesso direkt aus dem Originalbehälter mit dem Pinsel entnehmen, oder dieses zuerst in ein Gefäss giessen. Dies hat den Vorteil, dass du zusätzlich noch etwas Wasser beimischen kannst, um die Konsistenz zu verdünnen.
  2. Den Gesso-Auftrag solltest du möglichst gleichmässig aufmalen. Du erhältst dabei das beste Ergebnis, indem du dieses zuerst von links nach rechts und anschliessen von oben nach unten aufträgst. Durch das Über-Kreuz-Auftragen minimierst du die Malspuren auf der Leinwand. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Pinsel. Dieser sollte möglichst feine Borsten haben, damit am Schluss keine Pinselstrichte mehr sichtbar sind.
  3. Lasse die Oberfläche gut trocknen. Wenn du es eilig hast, kannst du mit einem Heissluftföhn in schnellen Bewegungen über die Leinwand fahren. So trocknest du die Grundierung innert weniger Minuten und kannst sogleich die zwei Schicht auftragen. Wenn die Leinwand vorgrundiert ist, reicht in der Regel eine Schicht Gesso. Ansonsten empfehlen wir dir, mindestens zwei Schichten aufzutragen.
  4. Du kannst als bewusstes Stilelement das Gesso auch dicker auftragen, um so mehr Struktur auf die Oberfläche zu bekommen. Dies kann vor allem für abstrakte Werke sehr reizvoll aussehen. Für die realistische Malerei empfehlen wir jedoch, eine möglichst glatte Oberfläche anzustreben.

 


 

 

Leinwand grundieren für Ölfarbe

 

Beim Malen mit Oelfarben ist es extrem wichtig, dass deine Leinwand sehr gut grundiert ist. Denn die Grundierung ist auch hier für die Beständigkeit deines Bildes von elementarer Bedeutung. Ölfarbe enthält unter anderem auch Terpentin, welches die Leinwandoberfläche angreifen kann. Gesso verhindert dies wirkungsvoll.


 

 

Weitere Gesso Varianten für kreative Effekte

 

Neben dem traditionellen weissen Gesso gibt es mittlerweile auch transparentes Gesso und schwarzes Gesso. So kannst du deinen Malgrund für spezielle Techniken vorbereiten. Zum Beispiel kannst du schwarzes Gesso als Grundierung verwenden und dann mit Neonfarben arbeiten.

 


 

 

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Leinwand grundieren – Anleitung und Materialien für alle Malmedien
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