Die Fassade des von Renzo Piano entworfenen Beyeler Museums in Riehen mit der vorgelagerten Grünfläche.

Fondation Beyeler öffnet Zumthor-Erweiterung in Etappen

Die Fondation Beyeler öffnet ihre fertiggestellte Erweiterung von Peter Zumthor ab dem 26. September 2026 zunächst mit begrenzten Tickets und an ausgewählten Tagen. Der Vollbetrieb des gesamten Ensembles beginnt am 15. Januar 2027; entscheidend ist dabei nicht nur ein neuer Bau, sondern deutlich mehr Raum für die Sammlung, Kunstvermittlung und einen bislang privaten Park.

 
 

Die Eröffnung erfolgt in zwei klar getrennten Phasen

Der offizielle Fahrplan der Fondation Beyeler setzt die Preview vom 26. September 2026 bis zum 14. Januar 2027 an. In diesem Zeitraum ist das erweiterte Museum nicht an allen Wochentagen zugänglich, und die Zahl der Eintritte bleibt begrenzt. Für die Preview können Zeitfenster online gebucht werden; Tickets sind auch an der Museumskasse erhältlich, sofern sie online nicht ausverkauft sind.

Das Basler Medium Bajour nennt den 15. Januar 2027 als Beginn des regulären Betriebs. Ab dann soll das gesamte Ensemble wieder täglich geöffnet sein und das volle Ticketkontingent zur Verfügung stehen. Die Preview ist eine begrenzte Phase vor der vollständigen Öffnung, in der die Fondation das neue Ensemble in Betrieb nimmt und erste Erfahrungen sammelt.

ZeitraumÖffentlicher Zugang
26.9.2026–14.1.2027Ausgewählte Tage, limitierte Online-Zeitfenster; Neubauten, Park und historische Gebäude werden erstmals erlebbar.
Ab 15.1.2027Gesamtes Ensemble, volle Kontingente, sieben Tage pro Woche.
Ab Frühjahr 2027Zusätzlich kommt ein von Fischli/Weiss gestalteter Garten hinzu.

Eine wochenweise Abfolge nach einzelnen Gebäuden nennt der veröffentlichte Fahrplan nicht. Deshalb lässt sich aus „schrittweise“ nicht ableiten, dass etwa das Wyss Museum erst später als der Park öffnet. Sicher ist nur: Während der Preview schwanken Besuchstage und Ticketmengen; ab dem 15. Januar gilt der tägliche Vollbetrieb.

 
Die Fassade des von Renzo Piano entworfenen Beyeler Museums in Riehen mit der vorgelagerten Grünfläche.
Das bestehende, von Renzo Piano entworfene Beyeler Museum in Riehen. Foto: Valeriaulalume / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0.

 
 

1.500 neue Quadratmeter sind nicht dasselbe wie eine Verdopplung des ganzen Museums

Das Wyss Museum bringt nach Angaben der Fondation rund 1.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf drei Etagen hinzu. Zugleich erklärt das Haus, die Fläche für die Präsentation der Sammlung Beyeler verdoppele sich. Diese beiden Angaben beschreiben unterschiedliche Größen: 1.500 Quadratmeter sind der Nettozuwachs im Neubau; die Verdopplung bezieht sich ausdrücklich auf jene Fläche, die der Sammlung zur Verfügung steht, nicht auf sämtliche Ausstellungsflächen des Hauses.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Renzo Pianos Beyeler Museum unverändert bleibt und weiterhin sowohl temporäre Ausstellungen als auch Sammlungspräsentationen aufnimmt. Zumthors Neubau ersetzt es nicht. Er schafft einen zweiten Ausstellungsort, in dem Werke der Beyeler-Sammlung mit Leihgaben aus befreundeten Privatsammlungen gezeigt werden können.

Die Eröffnungsausstellung „Constellations“ macht dieses Modell sofort sichtbar: Rund 230 Werke verteilen sich auf beide Museumsbauten, den erweiterten Park und die umgenutzten historischen Häuser. Die Auswahl reicht von Claude Monet, Pablo Picasso und Mark Rothko bis zu Joan Mitchell, Marlene Dumas und Otobong Nkanga. Teile der Präsentation verändern sich saisonal; sie ist damit weniger eine statische Bestandsaufnahme als ein Test der neuen räumlichen Beziehungen.

Die drei Zumthor-Bauten erfüllen klar getrennte Aufgaben:

  • Wyss Museum: Ausstellungsräume für die Sammlung, bedeutende Privarleihgaben und einzelne Ausstellungsprojekte.
  • Ammann Pavillon: tagsüber frei zugängliche Lounge, abends Ort für Konzerte, Gespräche, Filme und Performances.
  • Erlen Torhaus: Eingangssituation, Arbeitsplätze und Kunstlogistik; es ist kein zusätzlicher Ausstellungstrakt.

Hinzu kommen das Ammann Atelier für Workshops und Schulprogramme, ein Musiksalon, ein kleiner Projektraum im Folly sowie die von India Mahdavi umgestaltete Orangerie. Der zuvor private, denkmalgeschützte Erlengarten verdoppelt laut Museum die öffentlich zugängliche Parkfläche. Dort werden unter anderem Arbeiten von Louise Bourgeois, Pierre Huyghe und Rachel Whiteread Teil des Rundgangs.

Der Park ist damit nicht bloß Kulisse für die Architektur. Er erweitert den Ausstellungsraum ins Freie und verbindet das bestehende Museum mit den neuen Gebäuden. Gleichzeitig bleibt der präzise Umfang dessen, was an einem einzelnen Preview-Tag geöffnet oder programmiert ist, vom jeweils buchbaren Termin abhängig.

Der Garten der Fondation Beyeler mit einer Skulptur von Ellsworth Kelly vor dem Museumsbau.
Der bestehende Beyeler-Park mit einer Skulptur von Ellsworth Kelly. Foto: Warburg / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0.

 
 

Vom Wettbewerb 2016 bis zur Preview 2026

Die heutige Anlage geht auf eine Entscheidung vom 15. September 2016 zurück. Damals wurde Zumthor nach einem Studienauftrag mit elf Architekturbüros ausgewählt; ArchDaily dokumentierte die einstimmige Juryentscheidung am Tag ihrer Bekanntgabe. Schon zu diesem Zeitpunkt war vorgesehen, den benachbarten privaten Park öffentlich zugänglich zu machen.

2017 stellte die Fondation das Konzept aus drei kleineren Gebäuden vor. Diese Aufteilung ist bis zur Fertigstellung erhalten geblieben, auch wenn die Funktionen heute präzisere Namen tragen. Aus dem „Haus für Kunst“ wurde das Wyss Museum, aus dem Servicehaus das Erlen Torhaus und aus dem Veranstaltungspavillon der Ammann Pavillon.

Der Spatenstich am 19. Mai 2022 markierte den Baubeginn. Die Fondation rechnete damals mit zwei bis drei Jahren Bauzeit. Der nun veröffentlichte Fahrplan setzt nach der Fertigstellung bewusst eine Preview vor den Vollbetrieb: Das Haus sammelt zunächst Erfahrungen mit den neuen Wegen, Räumen und Abläufen bei begrenzter Besucherzahl.

Das 2017 veröffentlichte Video der Fondation zeigt Sam Keller und Peter Zumthor beim Erläutern des Entwurfs. Es ist heute besonders aufschlussreich, weil sich daran prüfen lässt, welche Grundidee umgesetzt wurde: kein einzelner monumentaler Erweiterungsblock, sondern mehrere Häuser, die Sammlung, Veranstaltungen und Logistik voneinander trennen und über den Park miteinander verbinden.

Das bestehende Beyeler Museum von Renzo Piano hinter einem Wasserbecken.
Renzo Pianos bestehendes Museumsgebäude mit Wasserbecken. Foto: Jean-Pierre Dalbéra / Wikimedia Commons / CC BY 2.0.

 
 

Was zum Start feststeht – und was offen bleibt

Fest steht, dass die Fondation Beyeler am 26. September 2026 ein fertiggestelltes Ensemble in eine begrenzte Preview überführt und am 15. Januar 2027 zum täglichen Vollbetrieb wechselt. Fest steht außerdem, dass das Wyss Museum 1.500 Quadratmeter hinzufügt, während sich die behauptete Verdopplung auf die Präsentationsfläche der Sammlung und nicht auf das gesamte Museum bezieht.

Renzo Pianos Bau bleibt unverändert; Zumthors drei Häuser ergänzen ihn um Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Betriebsfunktionen. Noch nicht dauerhaft festgelegt sind die konkreten Öffnungstage und verfügbaren Ticketmengen innerhalb der Preview. Sie werden laufend über den Ticketshop gesteuert, sodass für einen Besuch das gebuchte Datum wichtiger ist als die allgemeinen Museumszeiten.

 

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