Kawase Hasui – Leben, Holzschnitte und Bildsprache
Kawase Hasui gehört zu den prägenden Landschaftsentwerfern des Shin-Hanga und machte Schnee, Regen und nächtliches Licht zu tragenden Bildelementen. Seine Farbholzschnitte entstanden in einer spezialisierten Werkstatt, doch ihre Atmosphäre begann mit seinem genauen Blick auf reale Orte. Wer seine Bilder lesen lernt, entdeckt, wie wenige Figuren, starke Farbkontraste und geschickt gestaffelte Flächen ganze Geschichten andeuten.
Wer war Kawase Hasui?
Kawase Hasui war ein japanischer Entwerfer von Farbholzschnitten und eine führende Gestalt des frühen Shin-Hanga. Diese Richtung erneuerte den traditionellen japanischen Mehrfarbendruck mit zeitgenössischen Motiven und einer verfeinerten Darstellung von Licht, Wetter und räumlicher Stimmung. Hasui konzentrierte sich besonders auf Landschaften, Tempel, Straßen und stille Stadtansichten.

Kawase Hasui in Kürze
Der Künstler wurde am 18. Mai 1883 als Kawase Bunjirō in Shiba, einem Stadtteil Tokios, geboren. Den Namen Hasui erhielt er später während seiner Ausbildung bei Kaburaki Kiyokata. Er starb am 7. November 1957 in Tokio.
Seine Laufbahn verlief keineswegs geradlinig: Erst arbeitete er im Familiengeschäft, dann studierte er Malerei und wandte sich 1918 dem Farbholzschnitt zu. Nach dem Verlust seines Hauses und zahlreicher Arbeitsmaterialien beim Großen Kantō-Erdbeben von 1923 begann er erneut mit ausgedehnten Skizzenreisen. 1953 wirkte er an einer amtlichen Dokumentation der traditionellen Drucktechnik mit; sein letztes Werk, Golden Hall, Hiraizumi, entstand in seinem Todesjahr.
Wichtig für das Verständnis seiner Kunst ist die Rollenverteilung: Hasui entwarf die Motive, während spezialisierte Holzschneider und Drucker sie handwerklich umsetzten. Der Verleger Watanabe Shōzaburō koordinierte diesen Prozess bei fast allen seinen Drucken.
Vom Familiengeschäft zum Shin-Hanga
Hasui begann seine künstlerische Laufbahn vergleichsweise spät. Gerade dieser Umweg erklärt, warum seine Entwicklung mehrere Bildtraditionen berührte, bevor er im Farbholzschnitt sein eigentliches Arbeitsfeld fand.
Frühe Ausbildung zwischen Nihonga und Yōga
Bunjirō erhielt zunächst Unterricht in japanischer Malerei, arbeitete aber auch im Familienbetrieb für Seidenkordeln. Anschließend vertiefte er sich in die Yōga-Malerei, also eine an westlichen Techniken und Darstellungsweisen orientierte Form der japanischen Malerei.
1910 nahm ihn Kaburaki Kiyokata als Schüler auf. Bei ihm wechselte Bunjirō zur Nihonga-Malerei, die mit japanischen Materialien und überlieferten Bildkonzepten arbeitete, und erhielt den Künstlernamen Hasui. Solche parallelen Strömungen zeigen, dass die japanische Moderne nicht aus einem einzigen Stil bestand. Einen größeren Zusammenhang bietet der Überblick über Kunstepochen und Kunststile.
Hasuis spätere Drucke lassen sich dennoch nicht einfach als Mischung zweier Schulen erklären. Entscheidend wurde seine Fähigkeit, konkrete Orte in klar gebaute Flächen, abgestufte Farbtöne und eine bestimmte Wetterlage zu übersetzen.
1918: Der Schritt zum Shin-Hanga
Den dokumentierten Anstoß gab Itō Shinsuis Serie Eight Views of Ōmi. Die Blätter weckten 1918 Hasuis Interesse am Farbholzschnitt und führten ihn zu Watanabe Shōzaburō, dem wichtigsten Verleger seiner weiteren Laufbahn.
Kawase Hasui – Lake Toya, Hokkaido. Kawase Hasui – Lake Toya, Hokkaido, 1933. Bild: Hasui Kawase via Wikimedia Commons, lizenziert unter Public domain.
Noch im selben Jahr veröffentlichte Watanabe drei Ansichten aus Shiobara. Zu diesen frühen Arbeiten gehört der Okane-Weg in Shiobara. Bereits hier erscheint ein Grundzug des späteren Werks: Ein realer Ort bleibt erkennbar, wird aber durch Wegführung, Vegetation und gedämpfte Tonwerte zu einer sorgfältig geordneten Bildbühne.
Der Schritt zum Shin-Hanga war daher mehr als ein Wechsel der Technik. Hasui fand eine Produktionsform, in der er sich auf Motivwahl, Komposition, Farbe und Atmosphäre konzentrieren konnte, während eine eingespielte Werkstatt die anspruchsvolle Vervielfältigung übernahm.
Wie Hasuis Holzschnitte entstanden
Ein Shin-Hanga-Blatt war kein spontan geschnittener Einzelabzug. Vom ersten Blick auf eine Landschaft bis zum fertigen Druck folgten zahlreiche Entscheidungen, Korrekturen und präzise aufeinander abgestimmte Arbeitsschritte.
Von der Reiseskizze zum Farbentwurf
Hasui zeichnete auf seinen Reisen Orte, Geländeformen und Gebäude. Im Atelier entwickelte er diese Beobachtungen weiter und legte die beabsichtigte Farb- und Lichtwirkung fest. Die gedruckte Ansicht war deshalb keine mechanische Kopie der Skizze, sondern eine neu geordnete Fassung des Erlebten.
Die Skizze bildete den Ausgangspunkt. Farbe und atmosphärische Wirkung arbeitete Hasui anschließend weiter aus, bevor die Werkstatt seinen Entwurf in Holzblöcke und mehrfarbige Drucke übertrug. Seine Urheberschaft lag wesentlich in diesen gestalterischen Entscheidungen.
Entwerfer, Holzschneider, Drucker und Verleger
Die Werkstatt führte vier spezialisierte Rollen zusammen. Hasui lieferte den Entwurf. Der Holzschneider übertrug Linien und Farbflächen auf Holzblöcke, der Drucker brachte die Farben auf das Papier, und Watanabe organisierte als Verleger Herstellung, Qualitätskontrolle und Vertrieb.
Für einen Mehrfarbendruck wurden ein Linienblock und weitere Blöcke für einzelne Farbpartien benötigt. Passmarken sorgten dafür, dass das Papier bei jedem Druckgang an derselben Stelle lag. Der Drucker rieb die Rückseite des Papiers mit einem Baren, einem flachen Handwerkzeug, ab und steuerte dabei Farbmenge, Druck und Übergänge.
Diese Zusammenarbeit erklärt, weshalb ein Blatt Hasui zugeschrieben wird, obwohl er es gewöhnlich weder selbst schnitzte noch vollständig druckte. Er verantwortete das Bildkonzept; Holzschneider und Drucker verwandelten es mit ihrem eigenen Fachwissen in einen vervielfältigten Farbholzschnitt.
27 Stufen am Beispiel Miyajima
Wie aufwendig der Aufbau sein konnte, zeigt ein Prozessalbum von Hasui und Watanabe aus dem Jahr 1928. Es dokumentiert die Entstehung des Drucks Miyajima auf 28 Blättern: Am Anfang steht der Linienblock, darauf folgen 27 aufeinanderfolgende Zustände bis zum fertigen Bild.
Beim Durchsehen einer solchen Folge wächst das Motiv schrittweise. Neue Farblagen grenzen Formen ab, vertiefen Schatten und verändern die Atmosphäre. Der einzelne Druckgang wirkt mitunter unscheinbar; zusammen erzeugen die Lagen räumliche Tiefe und fein abgestufte Lichtverhältnisse.
Auch scheinbar natürliche Wettereffekte waren technisch geplant. Hasui experimentierte bei Schnee mit dichten kurzen Linien, weil ihn herkömmliche weiße Punkte nicht überzeugten. Bei einem Regenmotiv der Tokio-Serie erzeugten Bewegungen des Barens Regenmuster, die von Abzug zu Abzug leicht variieren konnten.
Reisen, Erdbeben und ein Japan im Wandel
Reisen lieferten Hasui weit mehr als neue Sehenswürdigkeiten. Sie bildeten das Arbeitsgerüst seiner Landschaftskunst und verbanden persönliche Ortsbeobachtung mit den tiefgreifenden Veränderungen Japans im 20. Jahrhundert.
„Ushibori“ von 1930 zeigt ein Boot in nächtlichem Schneefall vor erleuchteten Häusern. Bild: Hasui Kawase via Wikimedia Commons, lizenziert unter Public domain.
1923 als Bruchstelle
Die erste Folge der Souvenirs of Travel, japanisch Tabimiyage, erschien 1919/1920, die zweite 1921. Ihre Motive gingen auf Hasuis Skizzenreisen zurück und festigten seine Arbeit als Landschaftsentwerfer.
Das Große Kantō-Erdbeben zerstörte 1923 sein Haus und umfangreiches Arbeitsmaterial. Hasui reagierte mit einer langen Reise durch Zentral- und Westjapan, auf der er neue Skizzen anfertigte. Aus diesem Neubeginn entwickelte sich 1924 die dritte Folge der Souvenirs of Travel.
Der Einschnitt war damit sowohl biografisch als auch praktisch. Frühere Entwürfe gingen verloren, während das Reisen erneut zum Ausgangspunkt der Produktion wurde. Hasui setzte seine Arbeit nicht einfach am alten Stand fort, sondern baute den Motivbestand wieder auf.
Tokio zwischen Moderne und stillen Orten
Hasui lebte in einer Metropole, die sich durch neue Verkehrswege, Bebauung und technische Infrastruktur stark veränderte. Seine Tokio-Drucke bilden diese Entwicklung jedoch nicht als vollständige Stadtchronik ab. Häufig wählte er Tempel, Ufer, Wohnstraßen und ruhige Randzonen.
NDL-DC 2586549-31 Kawase Hasui S05. Moon at Magome (Magome no tsuki), from the series Twenty Views of Tōkyō (Tōkyō nijūkei). Bild: Hasui Kawase via Wikimedia Commons, lizenziert unter Public domain.
In der Serie Twenty Views of Tokyo stehen bekannte Bauten neben abgelegenen Winkeln. Wetter und Tageszeit verändern ihren Charakter: Schnee dämpft die Straße, Regen legt ein Liniennetz über die Architektur, und ein einzelnes beleuchtetes Fenster schafft einen menschlichen Bezug in einer dunklen Umgebung.
Mond über Magome von 1930 verdichtet diese Bildsprache. Der helle Mond und dunkle Silhouetten gliedern die Ansicht stärker als kleinteilige Stadtbeschreibung. Tokio erscheint dadurch nicht als lückenlose Dokumentation, sondern als Folge bewusst ausgewählter Augenblicke.
Korea 1939 und der koloniale Kontext
1939 reiste Hasui mit vier weiteren Künstlern nach Korea. Aus der Reise ging die Serie Eight Views of Korea hervor. Diese Landschaften entstanden nicht in einem politisch neutralen Raum: Korea stand seit 1910 unter japanischer Kolonialherrschaft.
Dieser Zusammenhang gehört zur Einordnung der Werke. Er beschreibt den historischen Rahmen der Reise und der Serie, sagt aber für sich genommen nichts über Hasuis persönliche politische Haltung aus.
Auch der Zweite Weltkrieg griff unmittelbar in Hasuis Lebenslauf ein. 1944 wurde er nach Shiobara evakuiert. 1948 kehrte er nach Tokio zurück und lebte anschließend in Ikegami.
Hauptwerke sehen lernen: Licht, Wetter und Bildaufbau
Hasuis Landschaften erschließen sich besonders gut, wenn du nicht zuerst nach einer verborgenen Botschaft suchst. Beginne bei den sichtbaren Entscheidungen: Welches Motiv liegt vorn, wo öffnet sich eine freie Fläche, wie fällt das Licht, und welchen Maßstab gibt eine Figur vor?
Zōjōji in Shiba (1925): eine konkrete Bildanalyse
Zōjōji in Shiba entstand 1925 für die Serie Twenty Views of Tokyo. Das Blatt zeigt das Sangedatsumon, das 1622 errichtete Haupttor des Zōjōji-Tempels, während starken Schneefalls. Vor dem gewaltigen Bauwerk geht eine einzelne Frau mit Schirm durch die Szene.
Zuerst zieht die große rote Torfläche den Blick an. Sie sitzt nah an der vorderen Bildebene und wirkt schwer und dauerhaft. Daneben öffnen sich helle Schneeflächen, während dunkle Baumformen einen Gegenpol bilden. Das Verhältnis von warmen und kalten Farben trennt Architektur und Winterluft, ohne dass Hasui jedes Detail ausarbeiten muss.
Auch die nahezu achromatischen Farben des Schnees sind nicht bloß leerer Hintergrund. Weiß, Grau und dunkle Abstufungen schaffen Abstand zwischen Tor, Bäumen und Weg. Die kleine Frau liefert schließlich den menschlichen Maßstab: Erst durch sie wird spürbar, wie groß das Tor ist und wie weit die offene Schneefläche reicht.
Der Bildaufbau lässt sich als Abfolge lesen. Vorn steht die massive Architektur, in der Mitte bewegt sich die Figur, dahinter schließen Bäume den Raum. Der fallende Schnee verbindet diese Ebenen und mildert harte Grenzen. Wetter ist hier keine Dekoration, sondern ein Mittel der Raumgestaltung.
Mond über Magome und Ushibori
In Mond über Magome aus dem Jahr 1930 entsteht Tiefe vor allem aus dem Gegensatz zwischen der hellen Mondscheibe und dunklen Silhouetten. Der Himmel wird zur größten zusammenhängenden Fläche. Gebäude und Vegetation treten dagegen als gestaffelte Konturen auf, sodass wenige Helligkeitswerte für die nächtliche Raumwirkung genügen.
Ushibori, ebenfalls von 1930, verbindet Schneefall, dunkles Wasser, ein Boot und beleuchtete Häuser. Das Boot verankert die Szene im Vordergrund, während die Lichtpunkte am Ufer Entfernung und menschliche Anwesenheit andeuten. Die Menschen beherrschen die Landschaft nicht; ihre Spuren geben ihr Maß und Wärme.
Beide Blätter zeigen eine hilfreiche Erkennungsregel: Suche bei Hasui nach der kleinsten hellen oder menschlichen Form. Häufig ordnet sie die weiten dunklen Flächen und verhindert, dass die Landschaft unbewohnt oder abstrakt wirkt.
Hiroshige als belegter Einfluss
Utagawa Hiroshiges Landschaftsdrucke waren ein dokumentierter Einfluss auf Hasui. Besonders deutlich wird die Verbindung bei vergrößerten Vordergrundmotiven: Ein nahes Tor, ein Baumstamm oder ein anderes stark angeschnittenes Element rahmt die weiter entfernte Landschaft und lenkt den Blick in den Raum.
Diese kompositorische Nähe macht Hasui jedoch nicht zu einem bloßen Nachfolger. Seine Motive gehören zum Japan des 20. Jahrhunderts, und seine fein abgestuften Nacht-, Regen- und Schneeszenen setzen andere technische Akzente. Der Vergleich ist deshalb am nützlichsten, wenn er konkrete Bildmittel sichtbar macht, statt beide Künstler gleichzusetzen.
Nachwirkung ohne Legenden
Hasuis heutiger Rang beruht nicht auf einem einzelnen Ehrentitel. Aussagekräftiger sind die dokumentierte Bewahrung seiner Drucktechnik, institutionelle Angaben zum Umfang seines Werks und die anhaltende Arbeit von Museen mit seinen Bildern.
Der Dokumentationsauftrag von 1953
1953 entstand Snow at Zōjōji im Auftrag der japanischen Kulturgutschutzbehörde. Das Projekt sollte die traditionelle Holzschnitttechnik dokumentieren. Der amtliche Datensatz hält 42 aufeinanderfolgende Druckgänge fest und macht damit erneut sichtbar, wie viel koordinierte Arbeit in einem einzelnen Blatt steckte.
Diese Dokumentation wird häufig mit der Bezeichnung „Lebender Nationalschatz“ verbunden. Die amtlichen Kategorien verlangen jedoch eine genaue Unterscheidung: Einerseits gibt es individuell anerkannte Träger eines wichtigen immateriellen Kulturguts, andererseits Techniken und Kulturgüter, die durch Aufzeichnungen bewahrt werden.
Hasuis Auftrag ist als Dokumentation einer zu bewahrenden Technik verzeichnet; eine individuelle Anerkennung als Träger eines wichtigen immateriellen Kulturguts folgt daraus nicht. Die Bedeutung des Projekts liegt darin, dass es einen komplexen gemeinschaftlichen Herstellungsprozess in nachvollziehbaren Stufen festhielt.
Warum Werkzahlen voneinander abweichen
Auch die Größe von Hasuis Werk lässt sich nicht mit einer einzigen unkommentierten Zahl angeben. Das Tokyo National Research Institute for Cultural Properties nennt 467 veröffentlichte Holzschnitte. Das Edo-Tokyo Museum spricht dagegen von mehr als 600 Holzschnittarbeiten.
Die Angaben widersprechen sich nicht zwingend, verwenden aber unterschiedliche Zählbegriffe. Veröffentlichte Holzschnitte und umfassender gezählte Holzschnittarbeiten sind keine identischen Kategorien. Seriöser ist es daher, beide institutionellen Angaben mit ihrer jeweiligen Bezeichnung stehen zu lassen, statt sie zu einer scheinbar exakten Gesamtzahl zu verrechnen.
Museen und heutige Rezeption
Hasuis Arbeiten werden heute in japanischen, europäischen, amerikanischen und neuseeländischen Institutionen erschlossen. Objektdatensätze des Metropolitan Museum of Art und des Rijksmuseums dokumentieren einzelne Blätter und Herstellungsfolgen; die National Diet Library stellt ausgewählte Shin-Hanga-Werke in ihren historischen Zusammenhang.
Das Japan Museum SieboldHuis in Leiden zeigte 2025/26 eine Ausstellung zu Hasui. Sie ist ein konkretes Beispiel dafür, dass sein Werk auch außerhalb Japans museal präsentiert wird.
Sein letztes Werk war nach der institutionellen Chronologie Golden Hall, Hiraizumi. Hasui starb am 7. November 1957. Für die heutige Betrachtung bleibt vor allem sein genauer Umgang mit Übergängen aufschlussreich: zwischen Natur und Stadt, alter Architektur und moderner Gegenwart sowie beobachtetem Ort und gedruckter Atmosphäre.
Häufige Fragen zu Kawase Hasui
Diese drei Fragen verbinden Werkbetrachtung und Drucktechnik zu einem praktischen Einstieg.
Welche Werke eignen sich für einen ersten Vergleich?
Beginne mit Zōjōji in Shiba, Mond über Magome und Ushibori. Beim ersten Blatt kannst du Rot, Schnee und menschlichen Maßstab untersuchen, beim zweiten Mondlicht und Silhouetten, beim dritten Wasser, Schneefall und beleuchtete Häuser. So erkennst du, wie Hasui ähnliche Gestaltungsmittel an sehr unterschiedlichen Orten einsetzt.
Was zeigen die Zahlen 27 und 42 im Vergleich?
Sie gehören zu zwei verschiedenen dokumentierten Herstellungsabläufen. Das Miyajima-Album von 1928 zeigt nach dem Linienblock 27 aufeinanderfolgende Zustände bis zum fertigen Druck. Bei Snow at Zōjōji von 1953 sind 42 Druckgänge verzeichnet. Beide Beispiele machen sichtbar, dass die Farbtiefe schrittweise entstand.
Wie kannst du eine Landschaft von Hasui selbst untersuchen?
Suche zuerst die größte helle und die größte dunkle Fläche. Folge dann einem nahen Tor, Baum oder Boot in die Bildtiefe und prüfe, wo eine Figur, ein Fenster oder eine Reflexion den Maßstab bestimmt. Zum Schluss achtest du darauf, ob Schnee, Regen oder Dämmerung die räumlichen Ebenen trennt oder miteinander verbindet.
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du Plessis, A. (2026, 13 September). Kawase Hasui – Leben, Holzschnitte und Bildsprache. Malen Lernen. https://malen-lernen.org/kawase-hasui/
Alicia, du Plessis, “Kawase Hasui – Leben, Holzschnitte und Bildsprache.” Malen Lernen. September 13, 2026. URL: https://malen-lernen.org/kawase-hasui/
du Plessis, Alicia. “Kawase Hasui – Leben, Holzschnitte und Bildsprache.” Malen Lernen, September 13, 2026. https://malen-lernen.org/kawase-hasui/.







