Jordan Casteel – Porträts, die den Blick erwidern
Jordan Casteel macht aus alltäglichen Begegnungen großformatige Porträts, deren Figuren deinen Blick ebenso entschieden erwidern, wie du sie ansiehst. Die US-amerikanische Malerin verbindet Nähe, kräftige Farbe und genau beobachtete Umgebungen, ohne ihre Gegenüber zu bloßen Typen zu machen. Ihre Biografie zeigt dir die entscheidenden Wendepunkte, den Weg von der Fotografie zur Leinwand und einen Sehschlüssel, mit dem sich ihre Bilder genauer lesen lassen.
Jordan Casteel: Wer sie ist und warum ihre Bilder zählen
Jordan Casteel wurde 1989 in Denver geboren. Heute lebt und arbeitet sie in Harlem sowie im Hudson Valley im Bundesstaat New York. Bekannt ist sie vor allem für figurative Malerei, also Bilder, in denen Menschen und Räume gegenständlich erkennbar bleiben. Viele ihrer Figuren erscheinen annähernd lebensgroß oder sogar größer.
Die 125th Street in Harlem, ein zentraler Schauplatz von Casteels Straßenporträts. Bild: Phil Whitehouse from London, United Kingdom via Wikimedia Commons, lizenziert unter CC BY 2.0, zugeschnitten.
Ihre Porträts zeigen Menschen aus ihrem Alltag, darunter Bewohner Harlems und Studierende. Die Porträtierten bleiben dabei keine anonymen Vertreter einer Gruppe. Ihre Namen werden häufig zu Werktiteln, ihre Kleidung, Möbel und persönlichen Gegenstände zu Bestandteilen der Komposition. Dadurch entsteht ein Beziehungsdreieck: Casteel begegnet einem Menschen, verwandelt die Begegnung in ein Gemälde und bringt schließlich das Publikum mit dieser Person zusammen.
Ihre Bedeutung lässt sich an konkreten Stationen ablesen. Werke von Casteel gehören unter anderem zu den Sammlungen des Metropolitan Museum of Art, des Museum of Modern Art, des Guggenheim Museum, des Studio Museum in Harlem und des Denver Art Museum. Museumsausstellungen, ihre Auszeichnung als MacArthur Fellow und ihre Tätigkeit im Kuratorium des Met stehen für unterschiedliche Formen institutioneller Anerkennung. Entscheidend bleibt jedoch, was vor der Leinwand geschieht: Das Bild lässt sich nicht betrachten, ohne zugleich selbst in eine Blickbeziehung zu geraten.
Von Denver nach Harlem: Die entscheidenden Wendepunkte
Casteels Entwicklung lässt sich an drei Wechseln nachvollziehen: von der Atelierausbildung zu einer frühen Figurenserie, von privaten Innenräumen zu Harlem und von der Straße zum Seminarraum. Jeder Schritt erweiterte nicht nur die Motive, sondern auch die Beziehungen, aus denen ihre Bilder entstanden.
Studium zwischen Agnes Scott College, Cortona und Yale
Casteels Ausbildung verlief in klar unterscheidbaren Etappen. 2010 studierte sie in Cortona. 2011 schloss sie am Agnes Scott College einen Bachelor in Studio Art ab, einem breit angelegten Studium der praktischen bildenden Kunst. Drei Jahre später folgte an der Yale School of Art der Master of Fine Arts in Malerei und Druckgrafik.
Diese Daten sind mehr als eine Liste von Abschlüssen. Sie zeigen den Weg von einer breiten Atelierausbildung zu einer stärkeren Spezialisierung. Malerei wurde zum Zentrum ihrer Arbeit, während die an Yale studierte Druckgrafik Teil ihres fachlichen Hintergrunds blieb. Noch während dieser Ausbildungsphase entwickelte Casteel eine Werkgruppe, die wesentliche Fragen ihres späteren Schaffens bereits bündelte.
Visible Man: Schwarze Männer als individuelle Gegenüber
Die zwischen 2013 und 2014 entstandene Reihe Visible Man zeigt nackte Schwarze Männer in häuslichen Räumen. 2014 präsentierte Casteel die Werkgruppe in einer gleichnamigen Einzelausstellung. Statt ihre Modelle als austauschbare Typen zu behandeln, richtet sie die Aufmerksamkeit auf einzelne Körper, Gesichter und Wohnsituationen.
Die Innenräume sind dabei nicht bloß Dekoration. Sie verorten jeden Menschen in einer konkreten Umgebung und verhindern, dass nur eine isolierte Figur übrig bleibt. Zugleich können die unverstellten Körper Verletzlichkeit sichtbar machen, ohne dass daraus Gedanken oder Gefühle der Dargestellten abgeleitet werden müssen. Schon hier zeigt sich ein Grundsatz für das Betrachten von Casteels Kunst: Erst genau hinsehen, dann interpretieren.
Studio Museum, Harlem und die Studierenden in Newark
2015 zog Casteel für eine Residency, einen zeitlich begrenzten Arbeitsaufenthalt, am Studio Museum nach Harlem. Der Ortswechsel erweiterte ihren Blick vom häuslichen Innenraum auf Straßen, Geschäfte und Menschen der Nachbarschaft. Aus diesen Begegnungen entwickelte sich die von 2015 bis 2017 geschaffene Reihe Nights in Harlem.
Der frühere Eingang des Studio Museum in Harlem an der 125th Street. Bild: Beyond My Ken via Wikimedia Commons, lizenziert unter CC BY-SA 4.0.
Harlems Geschichte war dabei mehr als eine Kulisse. Im Zuge der Great Migration, einer großen Binnenwanderung Schwarzer Menschen innerhalb der USA, entwickelte sich der Stadtteil zu einem Zentrum Schwarzer Kultur. In den 1920er-Jahren wurde Harlem durch die Harlem Renaissance, eine kulturelle Aufbruchsbewegung in Kunst und Literatur, weit über das Viertel hinaus prägend. Casteel erklärte selbst, sie habe Harlem auch durch die Arbeiten von Romare Bearden, Dawoud Bey und Beauford Delaney gesehen. Damit benennt sie eine örtliche künstlerische Linie, in die sie ihren Gang durch die 125th Street einordnet, ohne ihren eigenen Stil aus bloßer Ähnlichkeit abzuleiten.
Diese Tradition trifft in Nights in Harlem auf die Gegenwart eines Viertels, das zugleich von Diskriminierung, wirtschaftlicher Ungleichheit und Verdrängung durch die wirtschaftliche Aufwertung des Viertels, oft Gentrifizierung genannt, geprägt ist. Die Bilder erzählen diese vielschichtige Geschichte nicht vollständig. Sie bleiben bei Menschen, Geschäften und Räumen, denen Casteel tatsächlich begegnete. So wird verständlich, warum Ort und Beziehung in dieser Werkgruppe zusammengehören.
Harlem wurde damit nicht nur Arbeitsort, sondern ein soziales und visuelles Feld. Die 125th Street, Ladenfronten und alltägliche Begegnungsorte lieferten keine austauschbare Stadtkulisse. Sie halfen vielmehr dabei, die dargestellten Personen räumlich zu verankern. Casteels Entwicklung verlief somit nicht über einen plötzlichen Stilwechsel, sondern über neue Beziehungen und neue Umgebungen.
Ein weiterer solcher Raum war die Rutgers University–Newark, an der sie von 2016 bis 2021 Malerei lehrte. Porträts ihrer Studierenden bildeten zwischen 2018 und 2019 die Werkgruppe The Practice of Freedom. Die Abfolge ist aufschlussreich: Auf private Räume folgten die Straßen Harlems und schließlich der Unterricht. Mit jedem Umfeld wuchs der Kreis der Menschen, die in ihre Malerei eintraten.
Wie aus Begegnungen Bilder werden
Bei Casteel trennt sich die Maltechnik nicht vom Kennenlernen. Die Begegnung, eigene Fotografien, die Verbindung mehrerer Aufnahmen und die Arbeit auf großer Leinwand bilden einen zusammenhängenden Prozess. Daran lässt sich ablesen, was im Bild sichtbar ist und wo eine Deutung vorsichtig bleiben muss.
Jordan Casteel, MegaStarBrand’s Louie and A-Thug, 2017. Bild: Unknownsdevice via Wikimedia Commons, lizenziert unter CC0.
Von der Kamera zur zusammengesetzten Szene
Casteels Arbeitsprozess beginnt häufig nicht im Atelier, sondern mit einer Begegnung. Sie findet ihre Motive auf der Straße, in der U-Bahn, im Unterricht oder in ihrem persönlichen Umfeld und fotografiert die Menschen selbst. Die Kamera beschreibt sie als eine Verbindung zwischen sich und der porträtierten Person. Fotografieren ist in diesem Verständnis bereits Teil der Beziehung, nicht nur das Sammeln neutraler Vorlagen.
Im Atelier überträgt sie nicht einfach einen einzelnen Schnappschuss auf die Leinwand. Sie kombiniert Elemente aus mehreren eigenen Aufnahmen zu einer neuen Komposition. Eine Körperhaltung kann aus einem Foto stammen, während Einzelheiten des Raums aus einem anderen hinzukommen. So behält das Gemälde Spuren des konkreten Treffens, folgt aber zugleich eigenen Entscheidungen über Nähe, Maßstab, Farbe und Umgebung.
Die Arbeitsweise lässt sich als Kette lesen: begegnen, fotografieren, auswählen, zusammensetzen und malen. Danach muss die Beziehung nicht enden. Die wiederholte Darstellung von James zeigt, wie eine Person erneut in ihr Werk eintreten kann. Auch die Verwendung von Namen in Bildtiteln hält fest, dass vor dem Gemälde ein konkretes Gegenüber stand.
Sehschlüssel: Blick, Farbe, Ausschnitt und Umgebung
Vier Beobachtungen helfen dir, ein Gemälde von Casteel genauer zu erschließen:
- Maßstab: Viele Figuren sind annähernd lebensgroß oder größer. Dadurch wirken sie nicht wie entfernte Motive, sondern teilen den körperlichen Raum mit den Betrachtenden.
- Blick: Frontale, häufig sitzende Posen und der direkte Blick erzeugen ein Gegenüber. Die porträtierte Person ist sichtbar, scheint aber zugleich die Betrachtenden wahrzunehmen.
- Farbe: Rot, Gelb, Lavendel und Rosa können in den Hauttönen auftauchen. Diese Farben müssen nicht als geheimer Symbolcode gelesen werden. Zunächst lohnt es sich zu prüfen, wie sie mit Kleidung, Möbeln und Wänden zusammenspielen.
- Umgebung: Kühlschranktüren, Ladenfronten, Stühle oder gerahmte Fotografien liefern Informationen über Ort und Beziehung. Frage daher nicht nur: „Wer ist dargestellt?“, sondern auch: „Welche Dinge dürfen mit dieser Person ins Bild?“
Der Bildausschnitt steuert, wie nah du einer Figur kommst und wie viel von ihrem Umfeld lesbar bleibt. Casteels große Formate verstärken diese Entscheidung: Ein Gesicht ist Teil einer Person, die wiederum Teil eines Raums ist. Willst du diesen Sehschlüssel praktisch erproben, kannst du selbst ein Gesicht zeichnen und anschließend besonders auf die Blickachse achten. Beim Zeichnen realistischer Augen lässt sich beobachten, wie präzise schon kleine Richtungsänderungen wirken.

Wichtig ist die Grenze zwischen Beobachtung und Behauptung. Ein direkter Blick ist sichtbar; was die gemalte Person denkt, ist es nicht. Ungewöhnliche Farben sind ebenfalls sichtbar, doch ihre Bedeutung sollte nicht ohne einen konkreten Hinweis festgelegt werden. Diese Zurückhaltung macht die Betrachtung nicht ärmer, sondern genauer.
Werkbetrachtung: Yvonne and James II
Yvonne and James II von 2021 eignet sich besonders gut, um Casteels Umgang mit Zeit und Beziehung zu verstehen. Das Ölgemälde misst 228,6 mal 198,4 Zentimeter und gehört dem Metropolitan Museum of Art. Seine Hauptszene zeigt James in seiner Küche.
Der Raum enthält zwei kleinere Bilder innerhalb des großen Gemäldes. Ein gerahmtes Hochzeitsfoto bringt einen früheren gemeinsamen Lebensmoment in die Gegenwart der Küchenszene. Am Kühlschrank befindet sich außerdem ein Ausschnitt aus einem früheren Porträt, das Casteel von James gemalt hatte.
Damit treffen drei Zeitebenen aufeinander. Da ist erstens James zum Zeitpunkt des neuen Porträts. Zweitens verweist das Hochzeitsfoto auf eine weiter zurückliegende persönliche Geschichte. Drittens erinnert das Bild am Kühlschrank an die schon bestehende künstlerische Beziehung zwischen Casteel und James. Diese Ebenen müssen nicht durch eine erfundene Erzählung ergänzt werden; die sichtbaren Bilder im Bild leisten die zeitliche Verknüpfung selbst.
Für eine Nahbetrachtung solltest du deshalb nicht beim Gesicht stehen bleiben. Folge dem Verhältnis zwischen Figur, Küche und den beiden eingefügten Bildern. Achte darauf, wie persönliche Gegenstände den Raum strukturieren und wie das große Format eine alltägliche Situation aufwertet, ohne sie aus ihrem Umfeld zu lösen. So wird verständlich, weshalb Umgebung bei Casteel nicht Hintergrund, sondern Bedeutungsträger ist.
The Baayfalls und das Porträt im öffentlichen Raum
The Baayfalls entstand 2017 als Porträt von Fallou Wadje und Baaye Demba Sow. Das ursprüngliche Gemälde war etwa sechs mal sieben Fuß groß, also ungefähr 1,83 mal 2,13 Meter. Schon dieses Format verlieh den beiden Figuren eine starke körperliche Präsenz.
Blick von der High Line in New York, wo „The Baayfalls“ als großformatiges Wandbild gezeigt wurde. Bild: Jess Hawsor via Wikimedia Commons, lizenziert unter CC BY-SA 4.0.
2019 wurde das Motiv für die High Line in ein Wandbild von rund 1.400 Quadratfuß, etwa 130 Quadratmetern, übertragen. Der Wechsel des Maßstabs veränderte die Begegnung grundlegend. Aus einem Gemälde wurde ein Bild im öffentlichen Stadtraum, das sich zu Architektur, Fußwegen und wechselnden Betrachterinnen und Betrachtern verhalten musste. Der Schritt macht sichtbar, wie Casteels Porträtmalerei über Museums- und Galerieräume hinauswirken kann.
Einen anderen öffentlichen Kontext eröffnete 2020 ihr Porträt der Designerin und Aktivistin Aurora James für das Septembercover der US-amerikanischen Vogue. Beim Vogue-Porträt stammt die symbolische Deutung von Casteel selbst: Himmel, Vögel und der aufgesetzte Fuß stehen für Hoffnung, Bewegung und neue Möglichkeiten. Das Beispiel zeigt den Unterschied zwischen einer Aussage der Malerin und einer Bedeutung, die Betrachtende lediglich vermuten.
Vom Porträt zur erweiterten Bildwelt
Casteels öffentliche Anerkennung wuchs, während sich ihr Motivspektrum verbreiterte. Museumsschau, Auszeichnung, Sammlungen und Kuratoriumsarbeit markieren unterschiedliche Stationen; Garten- und Landschaftsbilder zeigen zugleich, dass ihre jüngere Malerei nicht beim Figurenporträt endet.
Within Reach und der institutionelle Durchbruch
2020 bündelte das New Museum mit Within Reach fast vierzig Gemälde aus mehreren Werkgruppen. Es war die erste Ausstellung in einem New Yorker Museum, die allein Casteels Werk gewidmet war. Die Zusammenführung machte nachvollziehbar, wie sich ihre Motive von häuslichen Räumen über Harlem bis zu den Studierenden in Newark entwickelt hatten.
Das New Museum in New York, Schauplatz der Werkschau „Within Reach“ von 2020. Bild: Elisa.rolle via Wikimedia Commons, lizenziert unter CC BY-SA 4.0.
Der Begleittext des Museums stellte ihre Porträtmalerei außerdem in einen kunsthistorischen Zusammenhang mit Alice Neel, Faith Ringgold und Bob Thompson. Damit beschrieb das New Museum eine kunsthistorische Nachbarschaft. Daraus folgt jedoch nicht, dass Casteel alle drei selbst als direkte persönliche Einflüsse benannt hat.
Gärten und Landschaften: Erweiterung statt Abkehr
Die Ausstellung Field of view verband 2024 fünfundzwanzig Werke aus einem Zeitraum von zehn Jahren. Texturen, kräftige Farben und das Verhältnis von Körper und Landschaft bildeten dabei Verbindungen zwischen älteren und neueren Arbeiten. Der Rückblick machte deutlich, dass Casteels Bildwelt nicht sinnvoll auf Straßenporträts reduziert werden kann.
Ihre Ausstellung Covering the holes in our walls with sunflowers bei Casey Kaplan umfasste 2025/26 Porträts, Landschaften und Gartenausschnitte. Menschen verschwanden also nicht einfach zugunsten der Natur. Vielmehr standen verschiedene Motive nebeneinander, während Farbe, Oberfläche und die Beziehung zur jeweiligen Umgebung wichtige Konstanten blieben.
Deshalb lässt sich diese Entwicklung besser als Erweiterung denn als Abkehr lesen. Ein Garten ist ebenfalls ein gestalteter und gepflegter Raum; eine Landschaft kann Nähe, Distanz und Blickrichtung organisieren, auch wenn keine einzelne Person das Zentrum bildet. Eine praktische Gegenprobe bietet das eigene Naturstudium: Beim Blumenzeichnen oder beim Zeichnen von Bäumen rücken Form, Zwischenraum und Umgebung automatisch stärker in den Blick.
Sammlungen, MacArthur Fellowship und heutige Rolle
2021 erhielt Casteel ein MacArthur Fellowship, eine Förderauszeichnung der MacArthur Foundation. Ihre Aufnahme in bedeutende Museumssammlungen sichert den Werken zugleich einen Platz in öffentlichen Institutionen. Dazu zählen das Metropolitan Museum of Art, das Museum of Modern Art, das Guggenheim Museum, das Studio Museum in Harlem und das Denver Art Museum.
Im Dezember 2023 wählte das Metropolitan Museum of Art Casteel als Borough Trustee in sein Kuratorium; sie gehört diesem Gremium weiterhin an. Damit ist sie am Met nicht nur durch ein Werk wie Yvonne and James II vertreten, sondern auch auf institutioneller Ebene tätig. Auszeichnung, Sammlung und Kuratoriumsarbeit sollten dennoch auseinandergehalten werden: Sie würdigen künstlerische Arbeit auf jeweils andere Weise.
2025 erschien bei Phaidon außerdem ihre erste umfassende Monografie, also eine Buchpublikation zu ihrem Werk. Eine solche Publikation ermöglicht es, Werkgruppen über längere Zeiträume miteinander zu vergleichen. Gerade bei Casteel ist das aufschlussreich, weil sich ihre Entwicklung weniger als Folge harter Stilbrüche denn als Ausweitung von Beziehungen, Orten und Motiven lesen lässt.
Häufige Fragen zu Jordan Casteel
Diese Antworten greifen typische Leserfragen zu Blickkontakt, Fotografie und Casteels jüngeren Garten- und Landschaftsbildern auf.
Warum blicken viele von Casteels Figuren direkt aus dem Bild?
Der direkte Blick macht die Begegnung wechselseitig: Du siehst die porträtierte Person, wirst aber zugleich von ihr angesehen. Dadurch wirkt die Figur weniger wie ein anonymer Typ und stärker wie ein eigenständiges Gegenüber.
Welche Rolle spielt Fotografie in Casteels Malerei?
Ihre fotografische Erfahrung prägt vor allem Rahmung, Ausschnitt und Licht. Die Gemälde sind dennoch keine kopierten Schnappschüsse: Casteel setzt Figuren, Farben und Räume malerisch neu zusammen.
Hat Jordan Casteel aufgehört, Menschen zu malen?
Nein. Die neueren Garten- und Landschaftsbilder erweitern ihr Motivspektrum, während Porträts weiterhin Teil ihrer Arbeit sind. Farbe, Oberfläche und die Beziehung zwischen Motiv und Umgebung verbinden die Werkgruppen.
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du Plessis, A. (2026, 8 September). Jordan Casteel – Porträts, die den Blick erwidern. Malen Lernen. https://malen-lernen.org/jordan-casteel/
Alicia, du Plessis, “Jordan Casteel – Porträts, die den Blick erwidern.” Malen Lernen. September 8, 2026. URL: https://malen-lernen.org/jordan-casteel/
du Plessis, Alicia. “Jordan Casteel – Porträts, die den Blick erwidern.” Malen Lernen, September 8, 2026. https://malen-lernen.org/jordan-casteel/.







