Bleistifte sind ein ideales Zeichenwerkzeug für Skizzen und Zeichnungen. Jedoch ist Bleistift nicht gleich Bleistift. Es gibt den holzummantelten Graphit-Stift in diversen Härtegraden für verschiedene Anwendungsgebiete. Du erfährst in diesem Artikel, welche Bleistift Härtegrade es gibt und für welche Anwendung sie geeignet sind.

 

 

 

Die Erfindung und die Entwicklung des Bleistifts

 

Bereits die Ägypter haben vor ca. 5000 Jahren flüssiges Blei in Bambus- oder Schilfrohre gegossen und damit geschrieben. Doch Blei war zu fest und hatte auch andere Nachteile, auch wenn damals noch nicht bekannt war, wie gesundheitschädlich die ständige Benutzung ist. Vor ca. 500 Jahren ging man zu Graphit über, ein Element des Kohlenstoffs, das wesentlich weicher ist als Blei. Durch den Abrieb bekam man schwarze Hände. So dauerte es nicht lange bis man auf die Idee kam, die Graphitstäbe zur besseren Handhabung in Holz einzufassen. Da man den schwarzen Werkstoff damals für Bleierz hielt, bekamen die Stifte die Bezeichnung Bleistifte, die sich bis zur Gegenwart gehalten hat. Seit dem 19. Jahrhundert bis heute verwendet man zur Herstellung der Stiftminen ein Gemisch aus Graphit und Ton sowie verschiedenen Ölen oder Fetten zum Imprägnieren.

 

 


 

Weshalb gibt es verschiedene Bleistiftminen Härtegrade?

 

Bleistift ist nicht gleich Bleistift. Vom technischen Zeichnen über das Schreiben bis zu künstlerischen Skizzen hast du (in Europa) die Auswahl zwischen 20 feinen Abstufungen in verschiedenen Härtegraden. Das bietet viele Vorteile. Je nachdem, wozu du den Bleistift benutzen willst, kannst du die passende Härte auswählen. Das Mischungsverhältnis zwischen Graphit und Ton in der Fertigung bestimmt wie hart oder weich die Mine sein wird.

Sehr harte Minen verfügen nur über einen Anteil von ungefähr 20 Prozent, besonders weiche Minen enthalten bis zu 90 Prozent Graphit. Brennhitze und -dauer entscheiden zusätzlich über den Bleistift Härtegrad. Extrem harte Bleistiftminen haben einen geringeren Abrieb. Gut angespitzt hinterlassen sie deshalb sehr dünne graue Linien, was sie für detailgenaue Skizzen prädestiniert.

Durch besonders weiche Bleistifte erhältst du einen breiteren, satt schwarzen Strich. Sie sind vornehmlich für künstlerische Zwecke geeignet. Die weiche Mine nutzt sich aber auch wesentlich schneller ab und muss dementsprechend oft nachgespitzt werden. Zum Schreiben eignet sich am besten ein Bleistift von mittlerer Härte. Verschreibst du dich, kannst du es mit einem Radiergummi schnell wieder ausradieren. Besonders Stenographen wissen diese Vorteile zu schätzen.

 

bleistiftminen

 

 

 


 

Tabelle der Härtegrade und ihre Anwendung

 

Es besteht keine weltweit vereinheitlichte Norm für Bleistifthärten. Das lässt sich gut an einem Beispiel veranschaulichen: Ein Bleistift des Härtegrads HB ist in Europa von mittlerer Härte, in Japan ein weicher Bleistift und in den USA ein Bleistift mit harter Mine.
Die 20 unterschiedlichen Härtegrade der Bleistifte in Europa gehen von 9H für extrem hart bis zu B9 für sehr weich. Im mittleren Bereich findest du die Bezeichnungen HB und F. Die Zahl nach den Buchstaben H oder B bestimmt den jeweiligen Härtegrad innerhalb der Bereiche.

 

Bleistift Härtegrad Tabelle

HB-Skala Bleistifthärte Verwendung
H9 – H6 extrem hart für Lithographie, Kartografie
H5 – H hart für Technisches und graphisches Zeichnen und Schreiben
HB – F mittel für Zeichnen und Schreiben
B – B3 weich für Schreiben und Freihandzeichnen
B4 – B6 weich für künstlerische Skizzen und Entwürfe
B7 – B9 sehr weich für künstlerische Entwürfe und Studien

 

Bleistift Härtegrade separat kaufen

Du suchst einzelne Bleistifte gezielt für gewisse Anwendungen? Die bekannten Hersteller bieten heute zum Glück die verschiedenen Härtegrade auch einzeln an, damit du nicht ein ganzes Set kaufen musst.

 

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Auch Derwent bietet ihre hochwertigen Bleistifte in den einzelnen Härtegraden an. Bei Amazon ansehen

 

 


 

Anwendungsbereiche der verschiedenen Bleistift Härtegrade

 

Niemand der Bleistifte zum Arbeiten nutzt, sei es in einem technischen Beruf oder in einem künstlerischen Beruf, kommt mit nur einer Bleistifthärte aus, sondern hat oftmals das gesamte Sortiment in Benutzung. Mit Bleistift zeichnen benötigt ein wenig Übung. Falls Du überhaupt noch keine Erfahrung hast, sind dir die mittleren Härten zwischen H2 und B2 zu empfehlen. Du kannst Helligkeitsabstufungen von sehr hellem bis zu dunklem Grau damit zeichnen. Je mehr Druck du auf die Mine ausübst, desto dunkler werden die Striche.

Mittlere Härtegrade sind in der Handhabung vergleichsweise unkompliziert. Sie lassen sich gut anspitzen und ebenfalls gut ausradieren. Falls du noch ungeübt bist, kann ein zu harter Bleistift, den du mit zu viel Druck benutzt, schnell Spuren auf dem Zeichen papier hinterlassen, in Form von Eindrücken oder gar Löchern.

Eine zu weiche Bleistiftmine hat den Nachteil, dass es beim Ausradieren leicht verschmiert und der Flecken auf dem Papier auch beim Übermalen noch sichtbar bleibt. Der Abrieb ist bei einer weichen Mine stärker. Sowohl beim Anspitzen als auch beim Malen ist Vorsicht geboten, da weiche Bleistiftminen leicht abbrechen. Du kannst das positiv beeinflussen, indem du darauf achtest, keinen Anspitzer mit stumpfer Klinge zu nehmen.

 

Gewusst wie: Der richtige Druck

Kommt es auf einen feinen und genauen Strich wie bei grafischen oder technischen Bleistiftzeichnungen an, dann benutzt du am besten die härteren Minen von H3 bis H9. Der Strichton wird ein helleres Grau sein und auch bei vermehrtem Druck nur leicht dunkler werden. Wie bereits erwähnt, ruinierst du mit zu viel Druck höchstens das Zeichen papier.

Für Bleistift Bilder kommen die weichen Bleistiftminen zum Einsatz, mit deren dicken, fast schwarzen Strichen du starke Kontraste erzeugen kannst.
Untereinander in den verschiedenen Härten als auch in Verbindung mit Aquarellmalerei eignen sich Bleistifte für eine Mischtechnik. Die Möglichkeit, extrem feine Striche zu aufs Papier zu bringen, gestattet dir ein sehr detailgenaues Zeichnen. Möchtest du dagegen eine erste Skizze von etwas anfertigen, gleitet ein Bleistift mit weicher Mine leichter über das Zeichen papier. Auch für Schattierungen und dunklere Flächen ist er optimal.

Zeichentechnik

 

 


 

Effekte erzielen mit Zeichentechniken und geeignetem Material

 

Mit Bleistift zeichnen kannst du lernen. Natürlich gehört dazu, vieles auszuprobieren, aber auch Techniken anzuwenden, mit deren Hilfe du eine ganz bestimmte Wirkung erreichst. Das Schraffieren, also Striche parallel zu zeichnen, ist eine gute Einsteigerübung. Du kannst damit experimentieren, wenn du die Liniendichte sowie die Richtung der Linien variierst.

Wenn du möchtest, kannst du dir eine Tabelle für Farben und Dicke der verschiedenen Bleistiftminen zeichnen und so auf den ersten Blick überblicken, mit welcher Minenhärte der gewünschte künstlerische Effekt erzielt werden kann. Eine Rolle spielt auch, wie stark du beim Zeichnen auf das Papier drückst. Je weniger du aufdrückst, desto weicher darf die Bleistiftmine sein und umgekehrt.

Möchtest du ein Foto oder etwas anderes abmalen, dann hilft dir die Anfertigung eines Rasters die Proportionen genau wiederzugeben. Denke daran, dass du das Raster nach Fertigstellung der Bleistiftzeichnung wieder ausradieren willst und es deshalb ohne Druck mit einem feine Strich auftragen solltest. Zum Entfernen von Radierrückständen kannst du einen einfachen Pinsel benutzen. So kann nichts verwischen oder verschmieren.

 

Das Zeichen Papier als weiterer Einfluss

Für das gewünschte Ergebnis ist die Struktur des Papiers ebenfalls wichtig. Die Regel lautet, bei rauerem Zeichen Papier einen weicheren Bleistift zu verwenden, da auf glattem Papier der Abrieb der Mine geringer ist. Auch die Papierqualität spielt eine Rolle. Erste Skizzen kannst du auf einfachem Papier ausfertigen, eine präzise Bleistiftzeichnung erfordert eine höhere Papierstärke.

Bleistiftminen Haertegrade

 

Die Qualität der Bleistifte

Neben dem passenden Härtegrad der Bleistiftmine ist auch die Qualität ein Kriterium, wenn du Freude beim Zeichen oder Skizzieren haben willst. Schlechtes Holz ist brüchiger, eine schlechte Lackierung blättert ab. Spätestens beim Anspitzen wirst du das merken. Minen von mangelhafter Qualität zeigen einen unregelmäßigen Abrieb auf. Gerade beim Zeichnen von sehr feinen Linien ist das nervig. Deshalb lohnt sich der Kauf eines hochwertigeren Bleistifts, dessen teurere Anschaffung sich durch die längere Haltbarkeit bezahlt macht. Dennoch ist auch eine sachgemäße Behandlung des Materials für die Lebensdauer entscheidend. Fällt ein Bleistift herunter, bricht auch eine harte Mine durch. Um zu verhindern, dass der Stift beispielsweise von einem Tisch rollt, wurde die sechseckige Form entwickelt. Nur wer wie ein Stenograph den Stift ständig benutzt, bevorzugt einen runden Bleistift.

In verschiedenen Vergleichstest schneidet die Firma Faber-Castell mit dem Bleistift Castell 9000 in allen Härtegraden hervorragend ab. Auch die renommierten Firmen Stabilo, Lyra, Staedtler, Derwent und Koh-i-Noor produzieren beständig beste Qualität.

 

Bleistift Set mit allen Härtegraden

Du möchtest verschiedene Härtegrade für verschiedene Anwendungszwecke? Dann empfehlen wir dir, zu einm Bleistift Set zu greifen. Diese haben bereits eine grosse Auswahl an verschiedenen Minenhärten enthalten und du sparst damit im Vergleich zum Einzelkauf auch noch deutlich Geld.

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Damit du die verschiedenen Bleistift Haertegrade nicht einzeln kaufen musst, gibt es von Faber-Castell ein 12-er Set mit verschiedenen Härtegraden für die verschiedenen Verwendungszwecke. Bei Amazon ansehen

 

Staedtler Bleistifte Mars Lumograph Set 12 Härtegrade
Die Made in Germany Bleistifte von Staedtler sind bekannt für ihre hohe Qualität und bruchsicheren Minen. In diesem Set findest du von 8B bis 2H alle Stärken, die das Zeichner-Herz benötigt. Bei Amazon ansehen

 

Arteza Bleistift-Set 12 Verschiedene Minenhärten
Arteza hat in diesem preisgünstigen Set 12 die verschiedenen Härtegrade 6B, 5B, 4B, 3B, 2B, B, HB, F, H, 2H, 3H und 4H zusammengefasst. Die Minen sind bruchsicher und das verwendete Holz ist FSC-zertifiziert. Bei Amazon ansehen

 

 

 


 

Fazit der Bleistift Härtegrade

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bleistifte viele Vorteile gegenüber anderen Schreib- und Zeichengeräten haben, von denen ihre Vielseitigkeit nur einer ist.

Sie sind sehr praktische und preisgünstige Schreibgräte, die du überall bekommst. Positiv ist auch ihre Schreibfähigkeit in jeder Lage (z.B. auf dem Rücken liegend über Kopf) und bei jeder Temperatur hervorzuheben. Und schließlich kannst du Fehler beim Schreiben oder Zeichnen mit einem Bleistift im wahrsten Sinn des Wortes umgehend wieder ausradieren.

Wenn du dich für das Zeichnen interessierst, legen wir dir unseren Beitrag Ganz einfach Zeichnen lernen ans Herz.

 

 


 

 

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Bleistift Härtegrade und deren Verwendung fürs Zeichnen
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