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Blautöne in der Übersicht – Ratgeber für verschiedene Blautöne

Blau ist bei beiden Geschlechtern bei Weitem die beliebteste Farbe. Dies liegt unter anderem an den positiven Eigenschaften, mit denen die Farbe in Verbindung gebracht wird. Blau gilt als die Farbe der Unendlichkeit und der Weite. Zudem wird mit der Farbe Vertrauen und Verlässlichkeit assoziiert. Hier erfährst du alles über die verschiedenen Blautöne und noch weiteres Wissenswertes zu der Farbe Blau.

 

 

 

Kleine Farblehre über die Farbe Blau

Häufig gilt Ultramarinblau als reines Blau. Allerdings weist Ultramarinblau einen kleinen Rotstich auf, wodurch das Blau tiefer und ansprechender wirkt. Ultramarinblau wird mit dem Meer und der Tiefe assoziiert. Technisch gesehen ist das reinste Blau Cyanblau. Dieser Blauton zählt zu den Grundfarben bei der additiven Farbmischung und ähnelt dem Coelinblau. Cyanblau macht auf uns einen eher künstlichen und unnatürlichen Eindruck.

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Es gibt unendlich viele verschiedene Töne der Farbe Blau. Mit einem Rot- oder Violettstich wirkt es wärmer und geheimnisvoller. Schlägt es eher ins Grüne bis hin zum Blau-Türkis, hat die Farbe einen ästhetischen Kontrast zu Orange- oder Brauntönen und wirkt eher kalt.

 

 

Beliebte Blautöne

 

Marineblau

 

Bei Navyblau, auch einfach nur Navy genannt, handelt es sich um einen etwas dunkleren Blau-Magenta-Ton. Die Farbe findet häufig für Anzüge Verwendung. Marineblau ist der dunkelste Blauton und gilt als offizielle Farbe der Uniformen für die britische Royal Navy. Ab dem Jahr 1748 trugen Offiziere und Seeleute ihre Kleidung in diesem Farbton. Damit die Farbe nicht ausbleicht, wurde der Farbton für die Uniformen der Marine inzwischen auf einen nahezu schwarzen Farbton abgedunkelt. Als Grundlage für das historische Marineblau aus dem 18. Jahrhundert diente Indigofarbstoff.

 

Himmelblau

 

Himmelblau ist, wie der Name schon sagt, ein leuchtender Blauton, welcher die Farbe des Himmels darstellen soll. Himmelblau soll eine beruhigende Wirkung vor allem auf den Geist haben und gilt als Farbe der Anständigkeit.

 

Kobaltblau

 

Der Farbton Kobaltblau trägt seinen Namen aufgrund des Minerals Kobalt und ist intensiver und dunkler als das Himmelblau. Kobaltblau zählt mit zu den mittleren Cyan-Blautönen. Entstanden ist Kobaltblau im 8. Und 9. Jahrhundert und wurde zu dieser Zeit für Keramik und Schmuck genutzt. Besonders in China fand der Farbton in blau-weiß gemustertem Porzellan Anwendung. Der französische Chemiker Louis Jacques Thénard entdecke Anfang des 19. Jahrhunderts eine reinere Variante auf Aluminiumoxidbasis, wodurch es im Jahr 1907 zur kommerziellen Produktion kam. Das neue Pigment wurde von bekannten Malern wie Renoir, Turner und Van Gogh als Alternative zum teureren Ultramarinblau verwendet.

 

Kupfersulfatblau

 

Das Kupersulfatblau wurde ebenfalls nach einer chemischen Verbindung benannt und hat den gleichen Farbton wie Kobaltblau, allerdings wirkt es heller. Der Farbton ist intensiv und leuchtend, allerdings kommt er im Alltag nur selten vor.

 

Königsblau

 

Bei Königsblau handelt es sich um einen tiefblauen Farbton, den es in mehreren Tönungen gibt. Das Königsblau hat auf das imperiale Publikum die Wirkung eines königlichen Charakters.

 

Türkisblau

 

Im Farbspektrum liegt Türkis zwischen den Farben Blau und Grün. Daher handelt es sich dabei um eine Übergangsfarbe von Blau zu Grün. Weitere Bezeichnungen für Türkis sind Cyan, Blaugrün und Aquamarin.

 

Cyanblau

 

Cyanblau befindet sich ebenfalls am Übergang zwischen Blau und Grün. Im Gegensatz zu Türkis, welches nur ein Farbton des Spektrums ist, zählen zu Cyan noch weitere Farben. Cyanblau ist bläulicher als das weitaus bekanntere Türkis. Durch die unterschiedlichen Nuancen kommt Cyan als Wasser-, Himmel- und Eisfarbe vor. Bei der Farbe des Wassers in Schwimmbädern, welche wir wahrnehmen, handelt es sich häufig um Cyan. Auch die Modeindustrie verwendet gerne die Farbe Cyan, vor allem für Oberteile. Durch die Tendenz zu Blau zählt Cyan zu den kühleren Farben, welche mit Klarheit und geistiger Offenheit assoziiert werden.

 

Baby-Blau

 

Baby-Blau ist ein stark abgeschwächter und pastellfarbener blauer Farbton. Den Namen trägt der Farbton, da er in erster Linie für Baby- und Kinderkleidung verwendet wird. Doch auch Künstler und Maler nutzen den Blauton gerne, um helle Flächen zu malen, wie zum Beispiel für einen Himmel.

 

Azur

 

Bei Azur handelt es sich um eine Variation der Himmelsfarbe, welche etwas dunkler ist als das Himmelsblau. Der hellblaue Farbton wird aus dem Azurit gewonnen. Azurit wurde bereits im alten Ägypten verwendet und wurde im Römischen Reich als Schminke genutzt. In der Kunst des Mittelalters und der Renaissance galt es als eines der wichtigsten Blaupigmente. Heutzutage kommt es ebenfalls in der Malerei zur Anwendung, zählt allerdings durch die Gewinnung zu den teureren Pigmenten.

 

Cerulean

 

Cerulean ist ein Blauton, welcher zwischen Blau und Cyan liegt. Im Jahr 2000 wählte Pantone den Farbton zum Farbton des Jahres. Damit war Cerulean der erste Farbton des Jahres.

 

Berliner Blau/ Preußisch Blau

 

Der deutsche Farbstoffhersteller Johann Jacob Diesbach entdeckte das Berliner Blau, auch Preußisch Blau genannt, durch Zufall. Eigentlich wollte Diesbach einen neuen Rotton entwickeln, wobei der genutzte Topf mit Tierblut in Berührung kam. Doch anstatt, dass das Pigment dadurch noch roter wurde, kam es durch das Blut zu einer überraschenden chemischen Reaktion und es entstand ein leuchtender Blauton.

 

Persischblau

 

Persischblau findet man vor allem in Kunstwerken aus dem Mittleren Osten. Der Farbton kommt in der persischen Töpfereikunst ebenso häufig zur Anwendung wie in den orientalischen Fliesen aus Prunkgebäuden.

 

Aquamarin

 

Aquamarin ist ein heller Blauton, welcher in der Farbskala nahe des grünen Spektrums liegt. Den Namen trägt der Farbton aufgrund des Minerals Aquamarin, welcher einen wässrigem Blaugrünen Farbton hat.

 

Immergrün

 

Immergrün liegt zwischen Violett und Blau. Bei der Farbe handelt es sich um einen hellen Blauton oder auch ein „Pastellblau“. Der Name ist auf die gleichnamige Pflanze zurückzuführen, welche Blüten in dieser Farbe trägt. Die Farbe Immergrün, auf Englisch Periwinkle, trägt auch die Bezeichnung Lavendelblau.

 

Ultramarin Blau

 

Bei Ultramarin handelt es sich um ein Pigment, welches aus dem Gestein Lapislazuli gewonnen wird. In der Renaissance war die Farbe bei den Künstlern sehr beliebt, da sie sehr intensiv und wertvoll ist. Das natürliche Ultramarin ist immer noch sehr kostbar und auch kaum noch zu finden. Seit dem frühen 19. Jahrhundert wird anstelle des ursprünglichen Pigments eine Synthese verwendet.

Etwa um das Jahr 2200 v. Chr. wurde das Ägyptische Blau, auch Cuprorivait genannt, als erstes Farbpigment synthetisch hergestellt. Das Farbpigment wurde aus Sand und gemahlenem Kalkstein sowie einem kupferhaltigen Mineral (Azurit oder Malachit) hergestellt, welches auf 800 bis 850 °C erhitzt wurde. Durch diesen Brennvorgang entstand ein blickdichtes, blaues Glas. Damit eine nutzbare Farbe oder Lasur entstand, wurde dieses zerkleinert und mit einem Bindemittel wie beispielsweise Eiweiß versetzt. Bei den Ägyptern war der Farbton sehr beliebt und sie nutzten ihn zum Verzieren von Statuen, Keramik und auch der Gräber ihrer Pharaonen. Anschließend wurde die Farbe im gesamten Römischen Reich bis 395 n. Chr. verwendet, bis sie durch neue Methoden der Farbproduktion abgelöst wurde.

 

Indigo Blau

 

Gewonnen wird der Farbstoff Indigo aus der Nutzpflanze Indigofera-Tinktoria, welche weltweit produziert wird. Besonders in England wurde Indigo sehr gerne zur Färbung von Textilien verwendet. Die damit gefärbten Kleidungsstücke wurden von Frauen und Männern aller sozialen Schichten gleichermaßen getragen. Im Jahr 1880 wurde das natürliche Indigo durch eine Synthese ersetzt, mit welcher auch heutzutage noch Blue Jeans gefärbt werden.

 

 

Die Verwendung blauer Farbe in der Kunst

Die Farbe Blau war im antiken Griechenland nur schwer herzustellen und daher auch besonders selten, weshalb sie von Homer in seinen Werken nie erwähnt wurde. Über die Jahrhunderte wurde die Farbe bei den Menschen immer beliebter, da sie sehr intensiv ist und eine gewisse Tiefe ausstrahlt. Die Farbe inspirierte Maler, Musiker und Schriftsteller bei ihren Werken. Die blaue Blume wurde von dem deutschen Dichter Novalis als zentrales Symbol der Romantik erklärt.

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Sowohl Picasso als auch Joan Miró hatten ihre «blaue Phase». Vor allem in der amerikanischen Kultur hingegen wird mit der Farbe ein depressives und bedrücktes Gefühl assoziiert, wonach sich auch die Musikrichtung «Blues» abgeleitet hat.

 

 

Tipps für das Mischen von blauen Farbtönen

BLaue Farbtöne kommen häufig zur Anwendung, um weiße Farben abzutönen. Dabei entstehen häufig ungewollte Ergebnisse, die der Farbe Babyblau entsprechen. Daher empfehlen wir dir, beim Mischen von Blautönen etwas schwarze Farbe hinzuzufügen, um den Farbton ein bisschen zu vergrauen, damit er nicht mehr so pastellhaft und abgeschwächt wirkt.

 

 

Wirkung von Blau

In der Raumgestaltung kommt der Farbe Blau eine wichtige Bedeutung zu. Durch die Farbe wirkt der Raum geöffnet, da blaue Flächen eine gewisse Weite ausstrahlen. Dadurch wirkt der Raum optisch weiter. Zudem erscheint die Farbe kühl und hat eine beruhigende Wirkung. Die Farbe Blau lässt sich gut mit warmen Farbtönen wie Orange, Gelb, Rot und Braun kombinieren, wodurch kontrastreiche und dennoch harmonische Flächen entstehen. Auch durch die Kombination mit Grün können harmonische Stimmungen erzielt werden. Tiefe Blautöne wirken häufig sehr edel und machen sich gut auf Metallen.

 

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